Erstmals wurde ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems beobachtet

Florian Rötzer 15.11.1999

"Darauf haben wir gewartet", sagen die Forscher

Bislang wurden seit 1995 28, andere sagen mehr als 30, Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Auf ihr Vorhandensein wurde stets aus einem schwachen Schwanken ihres Sterns gefolgert, das vermutlich durch Auswirkungen der Gravitation des vorbeifliegenden Planeten bewirkt wird. Doch jetzt haben Astronomen erstmals einen fernen Planeten beobachten können, der vor seinem Stern vorbeizieht, was als unabhängiger Beweis für die bislang nur indirekt nachgewiesene Existenz von Planeten außerhalb des Sonnensystems gelten kann.

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Darstellung des Vorüberflugs an HD209458 von Lynette Cook

Geoffrey Marcy (University of California, Berkeley), Paul Butler (Carnegie Institution of Washington) und Steve Vogt (UC Santa Cruz und Lick Observatory) haben zunächst am 5. November ein Flackern bei einem Stern mit der Bezeichnung HD 209458 im Sternbild Pegasus entdeckt. Nachdem sie diese Lichtschwankung einem Planeten zugeschrieben haben, konnten sie seine ungefähre Masse und seine Kreisbahn schätzen. HD 209458 ist 153 Lichtjahre von der Erde entfernt, etwa so alt und groß wie die unsere Sonne und in der Nähe von 51 Pegasi, bei dem der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems 1995 gefunden wurde.

Marcy und Butler sind Pioniere der Technik, von der leichten Bewegung einer Sonne auf die Existenz eines Planeten zurückzuschließen. Allein 18 der 28 so entdeckten Planeten gehen auf ihre Beobachtungen zurück. Nachdem sie ihre neueste Entdeckung Greg Henry, einem Astronomen am Tennessee State University Center of Excellence in Information Systems in Nashville, mitgeteilt hatten, richtete dieser ein Teleskop zu der vorherberechneten Zeit des Vorüberflugs auf den Stern. Am 7. November konnte er einen Rückgang der Helligkeit des Sterns von 1,7 Prozent feststellen: "Dieser planetare Vorbeiflug geschah genau zu dem Zeitpunkt, der durch Marcys Beobachtungen vorhergesagt wurde", sagt Henry. "Die Größe der Lichtreduktion bei dem Stern während des Vorüberflugs eröffnet uns die allererste Messung der Größe und der Dichte eines extrasolaren Planeten. Wir haben den Schatten des Planeten gesehen und diesen dazu verwendet, um die Größe des Planeten zu messen."

Nach den Berechnungen hat der Planet 63 Prozent der Masse von Jupiter, aber sein Radius ist 60 Prozent größer als der von Jupiter. Seine Dichte mit 0,2 Gramm pro Kubikzentimeter weist darauf hin, dass er ähnlich wie Jupiter aus Gas besteht. Da sich derartige Gasgiganten aber nicht in solcher Nähe zu ihren Sonne bilden konnten, ist das für ein Henry eine Bestätigung der Annahme, dass sich extrasolare Planeten, die sich sehr nahe an ihren Sternen befinden, nicht dort gebildet haben, sondern erst nach ihrer Entstehung der Sonne näher gekommen sind.

http://www.heise.de/tp/artikel/6/6520/1.html
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