Echelon

Erste offizielle Bestätigung für Echelon aus den USA

Florian Rötzer 26.01.2000

Aufgrund des Freedom of Information Act wurde jetzt ein Dokument gefunden, das explizit auf Echelon hinweist

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Jeffrey Richelson von den National Security Archives, ein Forschungsinstitut an der George Washington University und trotz des ähnlichen Namens nicht mit der NSA verbunden, hat das Dokument unter vielen weiteren über die Geheimdienste gefunden, die er aufgrund des Freedom of Information Act angefordert und erhalten hat.

Auf seiner Website hat er die Dokumente veröffentlicht und in einem findet sich die namentliche Nennung: "Perform the following specific functions and tasks: 1) Maintain and operate an Echelon-Site, 2) ... process and report intelligence information ..., 3) Ensure the privacy of US citizens are properly safeguarded." Das Dokument stammt vom Naval Security Group Command in Sugar Grove, West Virginia, und stammt aus dem Jahr 1992.

Für Richelson ist das eine offizielle Bestätigung des Echelonsystems, doch möglicherweise habe es nicht das Ausmaß, das von Bürgerrechtsgruppen unterstellt wurde: "In reality, ECHELON is a more limited program, allowing the UKUSA allies to specify intelligence requirements and automatically receive relevant intercepts obtained by the UKUSA facilities which intercept satellite communications (but not the U.S. facilities that receive data from SIGINT satellites). It is also limited by both technological barriers (the inability to develop word-spotting software so as to allow for the automatic processing of intercepted conversations) and the limitations imposed on collection activities by the UKUSA allies-at least as regards the citizens of those countries.". Er glaubt auch nicht, dass amerikanische Bürger belauscht worden seien, was natürlich nicht heißt, dass die Vermutungen, Echelon habe weltweit die Satellitenkommunikation abgehört und auch der amerikanischen Wirtschaftsspionage gedient, nicht zutreffen müssen.

Richelson ist überdies der Meinung, dass das Echelonsystem nicht so viele Lauschposten habe, wie man das angenommen hat. Aus einem weiteren Dokument aus dem Jahr 1995 gehe hervor, dass dazu Lauschposten der AIA's 544th Intelligence Group in Puerto Rico, Sugar Grove, Yakima (Washington), Guam und Japan gehören, aber auch die Abhörstationen in Menwith Hill, Grossbritanien, Bad Aibling und Rosman, North Carolina.

http://www.heise.de/tp/artikel/6/6638/1.html
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