Transgener Lachs mit Wachstumshormonen soll in den USA auf den Markt kommen
Im Europäischen Parlament geht es heute um die Novellierung der Freisetzungsrichtlinie für GMOs
Möglicherweise wird in diesem Jahr erstmals ein genetisch verändertes Tier für den menschlichen Verzehr in den USA zugelassen. Ein von der amerikanischen Firma AF Protein hergestellter Lachs, der in Kanada gezüchtet wird, wächst aufgrund der eingefügten Wachstumsgene von einem anderen Fisch vier bis sechs Mal schneller als normaler Lachs.
Um derart schnell groß zu werden, benötig der Genlachs natürlich auch mehr Nahrung. Angeblich stelle der transgene Lachs für seine wild lebenden Artgenossen keine Gefahr dar, weil er von der Firma unfruchtbar gemacht worden ist. Greenpeace äußert im Kampf gegen genetisch veränderte Lebensmittel natürlich Bedenken. "Sie werden unter Lizenz verkauft, und es gibt keine Garantie, dass sie steril verkauft werden", kritisierte Dou Parr von der britischen Greenpeace-Organisation. "Wie zuverlässig wird die Sterilisierungstechnik sein? 99,99 Prozent ist nicht genug. Es ist nur ein kleiner Fehler nötig, damit alles schief läuft. Wenn die Fische in Tanks gehalten werden, werden sie entkommen."
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Parr bezieht sich dabei auf eine Computersimulation von Wissenschaftlern der Purdue University, die letztes Jahr gezeigt hatte, dass die Gefahr besteht, dass transgene Fische, die größer sind, von den Fischweibchen bevorzugt werden könnten, und sich daher schnell ausbreiten und die normale Population verdrängen. Das eingeführte Gen nannte sie deswegen ein "Trojanisches Gen" (Genveränderte Fische können Population auslöschen ). AF Protein, die auch andere genveränderte Fische wie z.B. Regenbogenforellen züchten, versichert allerdings, dass die Lachs in großen Tanks mit wiederaufbereitetem Wasser viele Kilometer entfernt von wildlebenden Populationen aufgezogen werden können, so dass keine Gefahr des Entweichens bestünde. In Großbritannien wurde vor einigen Jahren bereits ein Versuch mit genverändertem Lachs aus Angst abgebrochen, er könne sich mit anderen Arten kreuzen, falls Versuchstiere entkommen.
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Greenpeace fürchtet allerdings auch, dass möglicherweise von den transgenen Fischen Gesundheitsgefährdungen für den Menschen ausgehen könnten.
Im Europaparlament geht es heute um die Novellierung der Freisetzungsrichtlinie, die den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen regelt. Umweltschützer wollen, dass die Firmen für ihre Produkte Haftung für Umwelt- oder Gesundheitsschäden übernehmen müssen. Umstritten ist vor allem die Einfügung von Genen in Nutzpflanzen, die so gegen Antibiotika resistent sind. Eingefügt werden sie hier allerdings nur deswegen, um durch diese Marker-Gene den Erfolg der gentechnischen Veränderungen kontrollieren zu können. Befürchtet wird, dass diese Resistenzgene möglicherweise von Bakterien aufgenommen werden und dadurch in den Nahrungskreislauf für den Menschen eindringen können.
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