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Majestic bedroht Teilnehmer mit sinistren Telefonanrufen, E-Mails und Faxbotschaften. Ein Online-Abenteuer, das den Alltag infiltriert
Der Anruf kommt mitten am Tag. Eine unbekannte, gehetzt klingende Stimme zieht einen unvorbereitet immer tiefer in eine virtuelle Verschwörung hinein, die durch sinistre Faxe und E-Mails ausgeweitet wird. Die Erwartungshaltung für Majestic ist hoch, obwohl das Computerspiel weder neue Vernichtungspraktiken, noch aufwendige Grafiken anbietet.
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Es ist "heiß", weil darin das Leben selbst zum Spiel wird - und "Majestic" schon bald den Alltag des Spielers infiltriert. Das von der Firma Electronic Arts entwickelte Spiel wird Ende März in den USA auf den Markt gebracht und ragt in einer Industrie voller Nachahmer und Clones heraus, weil es die Grenze zwischen Phantasie und Realität wie noch kein anderes Spiel zuvor verwischt.
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"Majestic" könnte seine Premiere zu keinem wichtigeren Zeitpunkt haben. Wegen fallenden Umsätzen öffnen sich Computerspielfirmen verstärkt dem Mainstreampublikum. Electronic Arts investiert zehn Millionen Dollar, um die gängige Meinung Lügen zu strafen, dass Computerspiele nur für heranwachsende Jungs attraktiv sind. Stattdessen wendet sich "Majestic" an Erwachsene - es wird vom Entertainment Software Ratings Board als "reif" eingestuft - und verlangt wenig aber kontinuierliche Interaktion von den Spielern.
Es ist nicht vorauszusehen, ob "Majestic" den Computerspielmarkt revolutionieren, oder als kuriose Fußnote verschwinden wird, da es auf dem Markt nichts vergleichbares gibt. Zudem hat es neben dem Entwicklungsteam der Firma noch niemand gespielt. Vom technischen Standpunkt aus betrachtet, ist "Majestic" ein Online-Abenteuer, doch neben dem Netz wird es mit Hilfe von Handys und Faxmaschinen gespielt. Die Spieler zahlen monatlich 9.99 Dollar für den Server, der sie "Majestic" und sechs andere Spiele spielen lässt. Dann laden sie sich eine 1 MB Application herunter, durch die sie mit der "Majestic" Webseite verbunden werden und interagieren mit dem Spiel und anderen Spielern. Bald danach erhalten sie mysteriöse Faxe und Telephonanrufe, die sie zum Studium bestimmter Webseiten auffordern, um eine ruchlose Regierungsverschwörung aufzudecken. Um dies zu ermöglichen, schuf EA Dutzende von gefälschten Webseiten und richtete rund 200 Telephonnummern in den USA ein.
Vor ein paar Jahren hätte solch ein Spiel noch nicht existieren können. Doch mit einer vernetzten Bevölkerung und leichterem Internetzugang macht "Majestic" sowohl technologisch als auch kommerziell Sinn. Zudem basiert die Software, die das Spiel leitet und den Inhalt für die verschiedenen Spieler individuell aufmacht, auf Kundenbeziehungs-Management Software, die in den letzten zwei Jahren entwickelt wurde. EA nennt seine Software den "Erfahrungs-Server", da sie die Botschaften zurechtschneidet, welche die Spieler erhalten, um den geisterhaften Faktor des Spiels zu erhöhen.
Das Design von "Majestic" ist darauf angelegt, unter die Haut zu gehen. Die Spieler wissen nicht, wann sie kontaktiert werden - sie können aber den Zeitrahmen für die Kommunikation mit dem Spiel festlegen. Bewegungen innerhalb des Spiels werden durch "Majestic"-Computer verfolgt, welche die Story in Anbetracht der erwarteten Reaktion der Spieler zurechtschneiden. Diese werden in "instant-message-Sitzungen" hineingelockt, die ihnen auf unschuldige Art und Weise persönliche Informationen wie den Namen des Ehepartners entlocken. Wochen später könnte der Spieler eine eilige Botschaft erhalten, die etwas mit dem Ehepartner zu tun hat. Das Unternehmen versichert, dass persönliche Infos nur im Spiel und nicht zu Marketingzwecken verwendet werden.
"Majestic" will seine Spieler auch dazu anregen, die Realität zu hinterfragen. Seine Webseiten falscher Firmen sehen so echt aus, dass sie Resümees wirklicher Berufsbewerber angelockt haben.
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Um erfolgreich zu sein, muss "Majestic" einen unwiderstehlichen Plot haben, um seine potentiellen Spieler in vier jeweils zwei Wochen dauernde Episoden zu locken. Die Designer von EA, dem weltgrößten unabhängigen Computerspiel- Entwickler in Redwood City, Kalifornien, sind sich dieser Tatsache bewusst. "Der Neuigkeitsfaktor wird sich natürlich abkühlen", meint Neil Young, der VP von Electronic Arts und Chefdesigner von "Majestic". "Wir müssen uns auf die Stärke der Story und die Qualität des Designs verlassen. Das Spiel muss sich durch starke Charaktere und komplexe Spielmöglichkeiten auszeichnen".
Um das zu gewährleisten, hat EA ein Spezialistenteam aus den Bereichen Fernsehen, Spielfilm, Werbung, Theater, Animation und Glückspiel angeheuert, um die Geschichte zu entwickeln und sie mit glaubhaften Charakteren zu versehen. "Majestic" unterscheidet sich von seinen Konkurrenten, weil es sich an alle Erwachsenen richtet, nicht nur Hardcore-Computerspieler. Jeder, der schon mal im Netz gesurft hat, und ein Telephon und eine Faxmaschine besitzt, kann mitspielen. 30 Minuten ist die maximale tägliche Spieldauer.
Die Erwartungshaltung unter den Computerspielfans ist riesig. "Die Leute können es gar nicht erwarten, dieses Spiel in die Hände zu bekommen", meint George Jones, Herausgeber von Computer Gaming World Magazine aus San Francisco. "Ich habe das vergangene Jahr mehr E-Mails zu "Majestic" bekommen, als zu jedem anderen Spiel. Wenn diese Spiel funktioniert, dann kann es alles verändern. Es könnte wirklich etwas Besonders werden, und viele Nachahmer haben."
http://www.heise.de/tp/artikel/7/7118/1.html- "The Game" mit M. Douglas (27.6.2001 6:47)
- Gibt´s schon den Film dazu? (30.3.2001 14:00)
- Realität und Websites (30.3.2001 13:34)
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