Resozialisierungsprojekt für Skinheads

05.04.2001

Christoph Schlingensief startet Naziline

Dass Kunst das Leben verändern kann, ist ein alter bildungsbürgerlicher Gemeinplatz. Doch genau den nimmt Regisseur und Aktions-Künstler Christoph Schlingensief jetzt beim Wort. Nach seiner Container-Asylbewerber-Aktion in Wien will er mit Kunst nun in Zürich das Leben von rechtsradikalen Skinheads verändern, will sie resozialisieren, in dem er sie zu Schauspielern ausbildet und während der Ausbildung persönlich betreut. So sind beispielsweise Ausflüge zur Börse geplant, damit die Skinheads nach Schlingensiefs (ironischen) Worten mit den Gepflogenheiten eines Landes vertraut werden, "wo's keine Nazis gibt".

Den Anlass für dieses ungewöhnliche Resozialisierungsprogramm liefert Shakespeares "Hamlet". Schlingensiefs erste Klassikerinszenierung, deren Proben am 29. März am Schauspielhaus Zürich bereits begonnen haben. Bei der Premiere am 12. Mai sollen dann die vorab ausgewählten Skinheads mitspielen: als Schauspielertruppe, die Hamlets mörderischen Stiefvater im Stück spielerisch den Spiegel vorhalten. Finanziert werden soll das Projekt durch private Spenden und im Rahmen des Aussteigerprogramms des Bundesinnenministeriums.

Nach eigenen Angaben kooperiert Schlingensief dabei mit der Bundeszentrale für politische Bildung und mit verschiedenen Initiativen der Bundesländer. Natürlich wird das Vorhaben auch im Internet begleitet. Auf der Seite Naziline können sich Skinheads als Nachwuchsschauspieler bewerben. Und Interessierte sollen dort zukünftig regelmäßig mit Informationen zu diesem Resozialisierungsprojekt versorgt werden.

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