Schily und Schlingensief darf man nicht verwechseln

19.04.2001

Bundesinnenministerium stoppt gefälschte Online-Seite

Kaum war sie da, verschwand sie auch schon wieder: bmdi.de, die gefälschte Online-Seite des Bundesministeriums des Inneren, auf der am gestrigen Mittwoch unter Bundesadler und anderen amtlichen Hoheitszeichen vermeintlich Sensationelles zu lesen war. Otto Schilys Ministerium, hieß es dort, unterstütze ausdrücklich Christoph Schlingensiefs NAZI~LINE-Programm, also das von dem Berliner Aktionskünstler mitinitiierte theatralische Aussteigerprojekt für Neonazis.

Doch das war, wie schon berichtet, nur ein Fake der Wiener-Künstlergruppe ubermorgen.com, die die offizielle Seite des Bundesinnenministeriums sauber kopiert und sie dabei ein wenig im Sinne Schlingensiefs verändert hatte. Und nachdem die Fake-Seite am Mittwoch urplötzlich wieder offline war, durfte erst einmal fröhlich über die Ursache des Verschwindens gemunkelt und spekuliert werden (Auch das noch).

Auch ein Anruf bei Naziline war alles andere als erhellend. Maria E. Haas (sorry für das falsche Schreiben des Namens), Sprecherin des Projekts, erklärte das Verschwinden der Netzseite einerseits mit ganz normalen technischen Problemen, andererseits aber deutete sie an, dass tatsächlich am Mittwoch eine Person deswegen an sie herangetreten sei. Wer das genau war, wollte, durfte oder konnte Haas jedoch nicht verraten. Dennoch, sagte sie, habe diese Person die Fälschung als "freundliche Darstellung" der echten Ministeriumsseite bezeichnet. Was aber offenbar das Verschwinden des Fakes nicht verhindern konnte.

Inzwischen steht nämlich eindeutig fest, dass das Bundesministerium selber im Fall "bmdi.de" aktiv wurde. Wie die Mitarbeiterin der Pressestelle Gaby Holtrup dazu erklärte, habe das Ministerium am gestrigen Mittwoch von dem "Plagiat" erfahren. Die Initiatoren dieser Fälschung hätten mit ihrer Aktion den Bogen überspannt, da das Plagiat täuschend echt ausgeschaut habe. "So etwas können wir nicht akzeptieren. Daraufhin haben wir mit ihnen Kontakt aufgenommen und die dafür Verantwortlichen auf die Rechtslage hingewiesen." Und wie man sieht mit schnellem Erfolg.

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