Die wichtigsten Informationskriegsabteilungen der US-Streitkräfte

Vorige Seite

Department of Defense (DoD)
Pentagon, Washington, D.C.
Das Office of the Secretary of Defense (OSD) ist die Führungsebene des Pentagon, das Büro des Verteidigungsministers und seiner Staatssekretäre und Mitarbeiter.

Office of the Assistant Secretary of Defense (C3I): Der Staatssekretär für Führungs- und Informationssysteme (Command, Control, Communications and Intelligence) ist der Berater des Verteidigungsministers für Informationskriegsfragen und verantwortlich für die organisatorische und politisch-strategische Planung. Er ist der "IW-Manager" des Pentagon.

Directorate for Information Warfare: Unterstützt den Assistant Secretary of Defense (C3I) bei der Informationskriegsplanung und -umsetzung.

Joint Staff
Pentagon, Washinton, D.C.
Der Generalstab der US-Streitkräfte.

J-33, Special Technical Operations Division: Dient der Unterstützung des Generalstabes bei der Durchführung von Informationsoperationen. Die höchste militärische Stelle, die sich mit diesen Einsätzen beschäftigt. Betreibt das Special Technical Operations Center, eine hochgeheime Abteilung des Pentagon, leitet die verdeckten Programme für Hackerkriegführung, Energiewaffen, strategische Psycho-Kriegführung und anderes.

Joint Warfare Analysis Center (JWAC)
Dahlgren/Virginia
Stellt technische Analysen für die Ziel- und Waffenauswahl bei Angriffen auf Infrastrukturnetze zur Verfügung und arbeitet an der späteren Auswertung. Aus den Daten, die hier über viele Staaten gesammelt werden, erstellt das JWAC auch Listen mit möglichen Angriffszielen für den Joint Staff.

Joint Task Force - Computer Network Operations (JTF-CNO)
Arlington/Virginia
Teil des US Space Commands, ist für die zentrale militärische Koordination der defensiven und offensiven Computernetzwerkoperationen zuständig. Angesiedelt bei der Defense Information Systems Agency (DISA), die Computerdienstleistungen für die Streitkräfte bereitstellt.

Joint Information Operations Center (JIOC)
Kelly Air Force Base, San Antonio/Texas
Teil des US Space Commands, ca. 150 Leute aus allen Teilstreitkräften und Militärgesandte von drei verbündeten Staaten. Die zentrale Unterstützungs- und Forschungsabteilung aller Teilstreitkräfte, arbeitet eng mit der NSA und der Air Intelligence Agency zusammen, betreibt neben Computerkriegführung auch psychologische Operationen, Aufklärung, elektronische Kriegführung und ähnliches. JIOC entsendet Teams von je zehn Leuten zu den Truppen im Einsatzgebiet.

National Security Agency (NSA) / Central Security Service (CSS)
Fort Meade/Maryland
Die NSA ist der Abhörgeheimdienst der Streitkräfte und betreibt Stationen in der ganzen Welt, u.a. im Rahmen des Echelon-Systems. Gilt als Quelle für Spezialentwicklungen der Computertechnologie und größter Arbeitgeber der Welt für Mathematiker. Streng abgeschirmt, Budget und Personalstand sind bis heute nicht veröffentlicht.

P42 Information Warfare Support Cell: Spezialisten zur Unterstützung von Cyberangriffen bei Zielauswahl und Aufklärung, dient auch als "Special Technology Office" für geheime Programme der NSA.

National Security Incident Response Center (NSIRC): pflegt eine zentrale Datenbank mit Informationen über Computersicherheitsprobleme

Network Intrusion Analysis Capability des NSIRC: hat als Auftrag, ihre "Kunden" mit Detailwissen über Hackertechniken zu versorgen

Information Operations Technical Center (IOTC)
Fort Meade/Maryland
Kooperation der P42 Information Warfare Support Cell der NSA, der Critical Defense Technologies Division des CIA und der Abteilung J-33 "Special Technical Operations" des Joint Staff, gegründet 1997. Entwickelt in enger Zusammenarbeit mit der NSA spezielle Technologien für die Informationskriegführung.

Air Force Information Warfare Center (AFIWC)
Kelly Air Force Base, San Antonio/Texas
Die zentrale Stelle für die Informationskriegsaktivitäten der Air Force, gegründet im September 1993 als Teil der Air Intelligence Agency mit ca. 1000 Leuten. Betreibt taktische Einsatzplanungen, Simulationen, Ausbildung, Forschung und Einsatzunterstützung. Entsendet bei Bedarf Informationskriegs-Teams ("Flights") mit je 25 Leuten zur Unterstützung der Kommandeure im Einsatzgebiet. Einheiten des AFIWC sind stationiert u.a. in der Osan Air Force Base/Südkorea (seit 1999), im Hauptquartier der U.S. Air Forces Europe in Ramstein/Deutschland und bei den Pacific Air Forces auf Hawaii (seit 2000). Betreibt auch das Information Warfare Battlelab (IWB).

Space and Naval Warfare Systems Command
San Diego/California

Program Directorate for Information Warfare Systems (PD-16): Entwickelt, beschafft und unterstützt Informationskriegs-Systeme für die Navy. Zentrale Koordinationsstelle für die Navy-Beschaffung und Hauptkontakt zur NSA.

Naval Information Warfare Activity (NIWA)
Fort Meade/Maryland
Gegründet im August 1994, untersteht der Naval Security Group. Die NIWA ist bei der NSA angesiedelt und dient als zentrale technische Koordinierungsstelle der Informationskriegsaktivitäten der Navy. NIWA betreibt Forschung, Entwicklung und Beschaffung von Technologien für den Informationskrieg. Aufgrund der schnellen technischen Entwicklung hat die NIWA eine Sondervollmacht, Rüstungsprojekte selber zu definieren und zu beschaffen.

Fleet Information Warfare Center (FIWC)
Little Creek Amphibious Base, Norfolk/Virginia
Gegründet im Oktober 1995 als das "Center of Excellence for Information Warfare" der Navy. Verbindungsglied zwischen NIWA und der Atlantik- bzw. Pazifikflotte. Hat Personal in den Flugzeugträger-Gruppen in aller Welt stationiert. Während die NIWA eher langfristig arbeitet, hilft das FIWC bei der konkreten Umsetzung des Informationskrieges im Einsatz.

Army Land Information Warfare Activity (LIWA)
Fort Belvoir/Virginia
Gegründet im März 1995, Teil des U.S. Army Intelligence and Security Command. Betreibt Einsatzunterstützung und Informationsversorgung für die Army-Kommandeure, u.a. durch die Entsendung von Teams. Als Betreiber des Army Computer Emergency Response Teams (CERT) und mit einem "Red Team" bei der Schwachstellenanalyse beteiligt.

Army Intelligence and Information Warfare Directorate
Fort Monmouth/New Jersey
Teil des US Army Communications-Electronics Command der US Army. Betreibt zentrale Unterstützung für die Informationskriegsaktivitäten der Army.

Research Development and Engineering Center: Grundlagenforschung und Entwicklung in den Bereichen elektronische Kriegführung, Abhören, Computeroperationen und ähnliches.

Software Engineering Center: Softwareentwicklung für Informationskriegsaktivitäten.

School of Information Warfare and Strategy
Fort McNair, Washington, D.C.
Gegründet 1994 an der National Defense University als Teil des Advanced Concepts, Technologies, and Information Strategies Directorate. Betreibt Grundlagenforschung auf den Gebieten Militärstrategie und Operationen, bildet Offiziere in der Organisation von Informationskriegen aus.

Joint Command, Control & Information Warfare School (JCIWS)
Norfolk/Virginia
Teil des Armed Forces Staff College, betreibt Ausbildung für teilstreitkräfteübergreifende Informationskriegs-Einsätze.

College of Aerospace Doctrine Research, and Education (CADRE)
Maxwell Air Force Base/Alabama
CADRE betreibt Ausbildung und Entwicklung im Bereich Grundlagen der Einsatzplanung.

Abteilung "Information Warfare": Betreibt angewandte Informationskriegsausbildung im Rahmen des Air Force IW Applications Course (IWAC).

Naval Postgraduate School
Monterey/California

Information Warfare Academic Group: Betreibt Ausbildung und Forschung in Informationskriegführung. Geleitet von John Arquilla, einem einflussreichen Pentagon-Berater und Vordenker des Informationskrieges.

Krieger in den Datennetzen

Die wichtigsten Informationskriegsabteilungen der US-Streitkräfte

http://www.heise.de/tp/artikel/7/7892/1.html
Kommentare lesen (8 Beiträge) mehr...
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Der schöne Schein

Firewall mit Windows

bilder

seen.by


TELEPOLIS