Ungemach für Endemol, den Produzenten von Big Brother

Florian Rötzer 21.04.2000

Die Idee soll von "Survivor" geklaut worden sein

Endemol, Produzent der Big Brother Serien in Holland, Deutschland, Großbritannien (Channel 4)und den USA (CBS), wo die Serie im Juli startet, wird bezichtigt, die Idee geklaut zu haben, Menschen für eine bestimmte Zeit in einem Haus einzusperren, sie 24 Stunden am Tag zu filmen und nach und nach Mitwirkende herauszuwählen, bis ein Gewinner übrigbleibt.

  • mobil
  • drucken
  • versenden

Die unabhängige Produktionsfirma Castaway, an der der Musiker Bob Geldof Anteile besitzt, hat bei einem holländischen Gericht gegen Endemol Klage eingereicht, weil die Idee für Big Brother angeblich von der Show "Survive!" in wesentlichen Punkten abgekupfert wurde, ohne um Erlaubnis nachzufragen. "Survive!" wurde von der früheren britischen Firma "Planet 24" geschaffen, die im März letzten Jahres von Carlton aufgekauft wurde. Die Gründer von Planet 24, Bob Geldof, Waheed Alli und Charlie Parsons, haben sich jedoch die Rechte an "Survivor!", das seit März ebenfalls bei CBS gestartet ist, gesichert und in der Folge die Firma Castaway gegründet.

Thomas Noterman, Sprecher von Endemol, wies die Beschuldigung allerdings zurück: "Das Genre mag dasselbe sein, aber die Sendungen sind total verschieden und haben sich unabhängig voneinander entwickelt. Es gibt 20 oder 30 Gameshows im Fernsehen und viele verschiedene Talkshows, die zum selben Genre gehören, aber unterschiedliche Programme sind."

Ein Urteil wird für den 7. Juni erwartet. Geldof sagte, dass es ihm dabei ums Prinzip gehe: "Es sollte nicht erlaubt sein, dass ein großes Unternehmen etwas nimmt, was man selbst gemacht hat. Wenn jemand einen meiner Songs geklaut hätte, würde ich genauso vorgehen."

http://www.heise.de/tp/artikel/8/8068/1.html
Kommentare lesen (1 Beiträge)
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
FOTOBLOG

Der schöne Schein

Firewall mit Windows

bilder

seen.by


TELEPOLIS