BigBrotherAwards

Ernst Corinth 20.09.2000

Dieses Jahr wird der Preis für unverschämte Überwacher erstmals auch in Deutschland verliehen

In Deutschland werden dieses Jahr nach englischem Vorbild zum ersten Mal BigBrotherAwards vergeben. Ein Preis für Institutionen, Firmen und Organisationen, die in besonderer Weise die Privatsphäre von Menschen nachhaltig beeinträchtigen.

  • drucken
  • versenden
Getragen wird die Initiative, die noch über die Netzseite www.big-brother-award.de, später dann unter www.bigbrotherawards.de zu erreichen ist, von dem Bielefelder Verein für sozialverträgliche Technikgestaltung FoeBuD, dem Chaos Computer Club und der Deutschen Gesellschaft für Datenschutz.

Die Preisverleihung findet am 26. Oktober in Bielefeld statt, zeitgleich mit ähnlichen Veranstaltungen in Österreich und der Schweiz. Noch bis zum 25. September können über die Netzseite preisverdächtige Kandidaten vorgeschlagen werden. Die nominierten Institutionen, Organisationen oder Firmen sollen zur Verleihung eingeladen werden und Redezeit eingeräumt bekommen. Eine Chance, die im vergangenen Jahr die Gewinner der österreichischen BigBrotherAwards allerdings nicht nutzen. Darunter übrigens verschiedene EU-Parlamentarier, die "für ihren Versuch, in einer Nacht- und Nebelaktion im Europaparlament die ENFOPOL-Abhörinitiative durchzudrücken", die zweifelhafte Ehre hatten, ausgezeichnet zu werden (Österreich kürt seine größten Brüder).

Für die deutschen Veranstalter ist die Preisverleihung Teil ihrer Aufklärungsarbeit über Datenschutz und Datenmissbrauch. Gerade "heute, nach der Ausbreitung des Internet und der Heimcomputer in fast jedem jungen Haushalt, können viele Menschen ahnen, welche Gefahren das Sammeln und Verknüpfen von Daten in sich bergen," heißt es dazu auf der Netzseite der Initiatoren in einem "Letter of Intent".

Konkrete Aufklärung sei daher notwendig, weil diffuse Ängste bisher eine allgemeine Akzeptanz z. B. neuer Bestellwege verhinderten und sich als Bremse im eCommerce auswirke. "Hier kann der BigBrotherAward Deutschland katalysierend wirken: Er spricht Missstände aus, die sowohl die Industrie, als auch die VerbraucherInnen zum Nachfragen, -denken und -bessern anregen können."

Für den Netzkünstler padeluun, einer der Mitinitiatoren, richtet sich die erhoffte Aufklärung jedoch nicht nur an die breite Masse. Er könne, meint er, "sich des Gefühls nicht erwehren, dass gerade die, die mir früher beigebracht haben, was mit Datenverarbeitung alles möglich und weswegen Datenschutz so ungeheuer wichtig ist, diejenigen sind, die die Software für die 'virtual communities' schreiben, die den Bürgern jegliches Datum aus den Fingern saugen."

http://www.heise.de/tp/artikel/8/8767/1.html
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

UK Big Brother Awards 1999

Preise für die übelsten Verletzungen der Bürgerrechte.

Big Brother Preis geht an Echelon

Weitere Preise für CCTV und Key Escrow

Cover

Dein Staat gehört Dir!

Ein Abschiedsbrief an das Wutbürgertum

Hanami mit japanischen Rollenspielen

Drei Rollenspiele aus Japan zum Kirschblütenfest

Klonen als Indiz für eine Jahrtausendangst

James Hughes 05.03.1997

Wider eine irrationale Angst

Der Bioethiker James Hughes sieht im Klonen nur eine weitere nützliche Technik, deren Probleme im Rahmen der bestehenden Gesetze bereits beantwortet werden. Also kein Grund zur Beunruhigung? Vielleicht doch, sagt Hughes und verweist auf die Möglichkeit transgenetischer Tiere, denen sich menschliche Eigenschaften einbauen ließen und mit denen sich die Menschenrechte unterlaufen lassen könnten.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS