Zur Psychopathologie der amerikanischen Cyberangst

Goedart Palm 29.07.2001

Wo bitte geht's zur Cyberfront?

Schon seit längerer Zeit grassiert die amerikanische Angst vor (para)militärischen Angriffen aus der Tiefe des digitalen Nichtraums, aber auch vor dem ausge"hackten" Kollaps existenzieller Versorgungssysteme als ein Schrecken ohne Gravitationszentrum. "Information Warfare" handelt von der Angst - so paradigmatisch der "Infowarveteran" Winn Schwartau. Der Schrecken eines jeden militärischen Oberbefehls ist es, im fog of war Spiel, Satz und Sieg zu verlieren. Aber jenseits dieser alten Angst einer Wahrnehmungseintrübung in der heißen Phase legt sich gegenwärtig auch ein gewaltiger Nebel über Verteidigungsanstrengungen, die von Kriegsvorbereitungen nicht mehr sinnvoll getrennt werden können.

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Wurde zuvor die Angst vor der atomaren Vernichtung durch Horrorszenarien irrtümlich gestarteter Bomben, durch weltkatastrophische Fehlmeldungen aufgeheizt, scheint Dr. Strangelove die schwer zu bändigenden Daten noch mehr zu lieben. Überall herrscht diffuse Angst, die sich leicht in Aggression verwandeln könnte. Die Gefahr von Kriegsanlässen und -gründen könnte schon deshalb wachsen, da namenlose Cyberangriffe eben leicht denen zugerechnet werden können, die aus anderen Gründen Vergeltung "verdient" haben. Hinter der Dauerbeschwörung eines digitalen bzw. elektronischen "Pearl Harbour" steht die neue Angst einer Hochtechnologiegesellschaft, in die Steinzeit zurückzufallen, Opfer der eigenen hochkonnektierten Versorgungssysteme zu werden. Aber der Bezug amerikanischer Politiker und Militärs auf Pearl Harbour liefert nicht nur eine historisch eindeutige und vordergründige Metapher für ständige Bugetforderungen des Sicherheitssektors.

Wo bitte geht's zur Cyberfront?

"Pearl Harbour" etabliert sich zugleich auch als kollektives "Angstsignal" (Sigmund Freud), das vermeiden soll, von immer neuen, diffusen Bedrohungsszenarien des Cyberspace überwältigt zu werden. Pearl Harbour ist nicht erst seit seiner filmischen Rückeroberung ein griffiges Bild militärischen Schreckens, der aber letztlich erfolgreich überwunden werden konnte. Mit der Etikettierung der neuen Angstszenarien verbindet sich so zugleich die apotropäische (Unheil vermeidende) Formel des Siegs im Pazifik, dem die Amerikaner mehr Bedeutung beigemessen haben sollen als dem Sieg in Europa.

Was denn als elektronische Bedrohung für die nationale Sicherheit gelten könnte, wird dagegen nicht wirklich definiert. Freilich gibt es Namen und Bilder für die Angst. Ein erfolgreicher Schlag in das Herz des Pentagons wäre sicherlich eine reale Bedrohung für die äußere wie innere Sicherheit. Aber in diesen Szenarien erscheinen alle amerikanischen Albträume: Erzfeind Fidel Castro, dann wieder agieren mafiose Kraken, namenlose Hacker oder eben Schurkenstaaten, die god's own country in die Knie zwingen. In Zeiten asymmetrischer Kriegführung könnten alte Revanchismen, Rachegelüste oder die pure Lust an der Vernichtung über die vormals so glücklich eingerichteten Machtverhältnisse triumphieren. Wenn Macht nicht mehr vorrangig territorial, ökonomisch oder militärisch in Mann- und Materialstärken definiert werden kann, könnte sich das Selbstbild der amerikanischen Weltfriedensordnung, die ja nicht erst seit dem Kosovokrieg auch eine humanitäre Weltkriegsordnung impliziert, als historische Fiktion erweisen. Die Angst geht also um und nach Simenon gilt, dass die Angst ein "gefährlicherer Gegner ist als alle anderen".

So eignet sich vom saudischen bzw. afghanischen Topterroristen Usama bin Ladin bis hin zu Viren und Makrowurmfortsätzen alles als digitales Drohgespenst. Senator Robert Bennett aus Utah hat indes kürzlich die böswilligen Hacker als Existenzbedrohung des amerikanischen Gemeinwesens einstweilen in den Ruhestand geschickt. Sie seien zwar eine Plage, aber keine echte Bedrohung. Zuvor waren ja angeblich noch script-kiddies geeignet, den digitalen Supergau auszulösen, ohne zur Apokalypse viel mehr beitragen zu müssen, als bösartige Hackerbilligsoftware downzuloaden. Aber selbst besser gerüstete Terroristen können nach Lawrence Gershwin, einem Technologiespezialisten des vom CIA betriebenen National Intelligence Council lediglich bedingte Cyberdrohungen aufstellen. Usama bin Ladin, offizieller Staatsfeind Nr. 1 der USA, muss also den Ehrenplatz auf der nach oben offenen Schreckensskala von Bush, CIA, NSA und den stetig nachwachsenden Sicherheitsagenturen wie -ausschüssen nun an potentere Gegner abtreten.

Gefahr wird wieder international definiert. Da weiß man, was man hat. Lawrence Gershwin verweist auf Russland und China, die wie die USA auch aktive Programme der Cyberkriegführung betreiben. Für die nächsten 5 bis 10 Jahre etwa können nach Gershwin nur Nationalstaaten die Disziplin und Ressourcen aufbringen, um ernst zu nehmende Angriff auf die kritischen Infrastrukturen zu entwickeln. Dieser Angsttypus ist projektiv aufgeladen, weil die jahrelang totgeschwiegenen aktiven Aggressionspotenziale des Cyberkriegs, die längst die amerikanischen Arsenale füllen, selbstverständlich auch in anderen Ländern entwickelt werden. Beschreibt Amerika in den Bedrohungsszenarien lediglich die virtuellen Schlachtfelder, die es anderen bereiten könnte?

Waffen bzw. Medien jenseits von Raketensilos und Abschussrampen, die diskret vor der Weltöffentlichkeit verborgen in Rechnern und Netzwerken leben, erscheinen ungleich gefährlicher, als es konventionelle und selbst atomare Waffensysteme für eine Friedensordnung je sein konnten. Wie sollen Waffensysteme kontrolliert werden, wenn sie nicht einmal bezeichnet werden können? Zudem wäre es naiv, solche Waffen nur auf ihre realen Wirkungen hin zu beziehen. Sie gehören zugleich zu den imaginären Waffentypen aus dem traumatischen Arsenal von Peenemünde, etwa jenes mit unzähligen Entwicklungsproblemen beschwerte Aggregat 4, das sich erst in Goebbels Propaganda zur V 2, zur Wunder- und Vergeltungswaffe, verwandelte. Auch hier war der Schrecken trotz der "Vergeltungsschläge" auf Großbritannien geringer als die propagandistischen Ersteinsätze in der NS-Rhetorik. Solche Schrecken liegen zumeist in der Nähe jenes "magnetischen Bergs", der von Plinius bis zu Mandeville auf dem Seeweg nach Indien verortet wurde. Alle metallischen Gegenstände soll er angezogen haben und so die Schiffe zerschmettert haben, die von ihm erfasst wurden. Letztlich verortet hat ihn keiner, aber die Angst zog er wirklich magnetisch an.

Landscape of fear

Gefahrvermeidung bedeutete früher in alt-römischer Lesart: "Preist das Meer, aber bleibt am Ufer." Oder in späteren Zeiten: "Lieber in der Heide mit einem alten Karren als auf dem Meer mit einem neuen Schiff." Aber dieser Abwehrreflex territorial orientierter Kulturen steht in zwangsnomadisierten Kulturen des Cyberspace nicht mehr zur Verfügung.

Mit der immer intensiveren Vernetzung werden zudem Angriffe auf exekutive Einrichtungen, Versorgungs-, Transport-, und Kommunikationsunternehmen, Banken oder Kontrollsysteme nicht mehr als regionaler Schrecken beschrieben, sondern als potenzieller Weltenbrand. Dem Hamburger Informatiker Klaus Brunnstein zufolge erscheinen sowohl die gegenwärtigen Computersysteme mit Windows-Software wie auch das Internet auf Grund ihrer Struktur unsicher und praktisch nicht kontrollierbar. Schutzsoftware wie Firewalls beseitigen nicht, sondern erhöhen die Sicherheitsrisiken letztlich nur. Trojanische Pferde, Würmer und Viren könnten sich immer erfolgreich in die Rechnerwelten einzuschleichen, um dort den Datengau auslösen. Brunnstein glaubt den gordischen Knoten zu durchschlagen, wenn er neben dem Internet in seiner bestehenden Form für ein "Secure-Net" plädiert, das die sensiblen Bereiche der Wirtschaft und des Militärs in eine eigene Architektur einbettet (s.a. US-Politiker wollen die .kids-Domain mit einem Gesetz durchsetzen). Aber weltenthobene, absolute Sicherheiten, ein Fort Knox des Cyberspace ist auch nur eine weitere Fiktion des Raums, eine künstliche "Reterritorialisierung", da alle je geschaffenen Fortifikationen, vermeintlich uneinnehmbare Festungen etc. zuletzt immer der offenen Dialektik von Angriffs- und Verteidigungssystemen weichen mussten.

Vorzugswürdiger als der Glaube, Technologie durch Technologie endgültig zu bezwingen und zu kultivieren, wäre es, die mentalen Voraussetzungen von Angst und Angstreaktion, Rüstung und Wettrüstung im Blick zu behalten. "Die größte Herausforderung ist der schnelle Wechsel der Umstände, auf die reagiert werden muss", beklagt William Mair, Präsident der "Information Assurance Associates". Was einen Monat lang als wirksame Lösung gelten kann, sei in sechs Monaten nur noch bedingt zuverlässig.

Hier erleben wir die Wiedergeburt der nur scheinbar ausgetriebenen Furcht vor dem Neuen unter erheblich verschärften, gleichsam dromologischen Bedingungen. Im 16. und 17. Jahrhundert galt das Neue als das kategorial Fremde, das selbstverständlich Angst machte. Das Neue - die unbeschreiblichen Wunderwerke der Informationstechnologie, die Ausblicke auf eine alles beherrschende Cybertechnologie - wird heute von komplexeren Gefühlen heimgesucht: Heilsbringer und Untergang, Pandoras Büchse und prometheische Wunderwerke gehen eine untrennbare, explosive Angstbeziehung ein. Winn Schwartau hat die fundmentale Ambivalenz gegenüber dem Computer, nichts anderes gilt für das Internet, als binäre Schizophrenie psychiatrisiert: "Ich brauche Computer, aber ich traue ihnen nicht." Wenn diese beiden Momente koexistieren müssen, entsteht ein innerer Konflikt, ohne dass Nationen Chancen hätten, ihre Kollektivpsychose dem Psychiater anzuvertrauen.

Boden-lose Angst

Roger Callois schrieb in seinen Studien über Maske und Angst, die Maske sei gleichzeitig Ausdruck der Angst, Schutzwall gegen die Angst und Mittel zur Verbreitung von Angst (Les masques de la peur). Nichts anderes gilt für den zig-Milliarden Dollar teuren Firewall, mit dem die amerikanische Cyberangst nun dick ummäntelt werden soll. Hier wird nicht nur ein Schutzwall als defensives Bollwerk, als Limes, chinesische oder Berliner Mauer errichtet, sondern wohl auch ein Gegenschlagsinstrument, das sicher nicht lediglich die alte Losung "Wer zuerst schlägt, stirbt als Zweiter" als Fortsetzung des Kalten Kriegs mit digitalen Mitteln wiederbeleben möchte.

Cyberfear ist ein boden-loser Zustand. Wenn sich die relative Übersichtlichkeit territorialer Grenzen, schützende geopolitische Vorgaben, das relative Vertrauen auf splendid isolation, die Bodenhaftung des Kriegs auflösen, wird die Deterritorialisierung potenzieller Kriege zum Angstfaktor. Eine vertikale Angst lässt die vormalige horizontale Sicherheit hinter sich, den anrückenden Angreifer wenigstens noch sehen zu können. Der potenzielle Feind von morgen erscheint vornehmlich als pure Vernichtung. "Full spectrum dominance", dieses vielleicht am heißen Golf für einige Wochen annäherungsweise erreichte Ideal der amerikanischen Streitmächte, ist nicht anderes als der militärische Terminus für die alte Angst vor der Dunkelheit. Wer die Sonne hat, der ist unsterblich (Leroux de Lincy), aber dieser Anspruch ist so wenig erreichbar wie der militärische Irrglaube, den fog of war durch immer intelligentere Waffen endgültig zu vertreiben.

Jeannot Simmen hat in "Vertigo", in der Perspektive des Absturzes, eine Schlüsselmetapher der künstlerischen Moderne erkannt: ein Destruktionsunternehmen, bei dem sich die geordneten Landschaften, die Erdung im Hier und Jetzt auflösen. Bei Munch, van Gogh oder Kandinsky, später noch stärker bei den Futuristen wirbeln die vormaligen Raumordnungen zu Szenarien, in denen Unten und Oben, Himmel, Erde und Hölle keine gesicherten Weltbezüge mehr beinhalten. Dieser Schwebezustand ist nicht nur für Krieger, sondern für alle Bewohner des Cyberspace riskant. "Die Raumempfindungen müssen sich auf die Glieder des Leibes beziehen, und nach diesen orientiert sein, sollen sie dem biologischen Bedürfnis genügen. Es ist für uns wichtig, das Oben und Unten, das Vorn und Hinten, das Rechts und Links, das Nah und Fern, also Beziehungen auf unsern Leib zu unterscheiden", schreibt Ernst Mach in "Erkenntnis und Irrtum". Um die Unmöglichkeit einer Sache zu bezeichnen, lässt Herodot (V, 92) Sosikles von Korinth sagen: "Eher wird der Himmel unter der Erde sein, und die Erde über dem Himmel in der Luft schweben, als...." Aber genau diese Vernichtung des Horizonts ist die Grundkondition der Cyberkrieger, die sie auch in gefahrvermeidenden Formeln nicht erden oder bannen können.

Die bodenlose Kondition des Kriegs wie der inneren Sicherheit wird auf der Ebene von Strategie, Führung und Kriegstheorie zur Definitionsschwäche, die sich etwa in der Auflösung der Markierungen auf den Karten des Generalstabs niederschlägt. Der Informationskrieger wird auf Amerikas binäre Schizophrenie vertrauen, genauso wie er die Technologie sowohl gebraucht als auch missbraucht, meint Schwartau.

"Die Evidenz des heute verbreiteten Glaubens an die Technik beruht nur darauf, dass man glauben konnte, in der Technik den absolut und endgültig neutralen Boden gefunden zu haben", stellte bereits Carl Schmitt fest. Aber dieser Boden einer völkerversöhnenden Technologie existiert so wenig wie eine panoptische Sicht, die Satelliten zwar für das Geschehen auf dem Erdboden besitzen mögen, aber die gegenüber nicht verortbaren Datenbänken nicht existiert und unwahrscheinlich bleibt.

Angstorganisation

Nun sind, wie schon Sigmund Freud einsehen musste, traumatische und reale Angstzustände nicht leicht zu trennen. Rechtzeitige und vorsorgliche Angst gilt als die Mutter der Sicherheit (Edmund Burke) und unter dieser rationalisierten Angstprämisse entfalten sich auch die neuen Rüstungsspiralen von Cyberkrieg und innerer Sicherheit. Da niemand so genau weiß, ob hier Schizophrenie, Paranoia oder begründete Sicherheitsrisiken verhandelt werden, wird der Nichtraum des Cyberspace weiter definiert, markiert, organisiert - und vor allem: überrüstet.

Die unabsehbare Definitionsschwäche, die schon bei der Frage, was in virtuellen Szenarien überhaupt noch als inneres oder äußeres Sicherheitsrisiko bezeichnet werden könnte, prägt auch die amerikanische Organisationshektik, mit der immer neue Sicherheitsagenturen in einem unübersehbaren Dickicht von Informationsquellen und Kompetenzen entstehen. Auch der Schulterschluss mit großen Wirtschaftsunternehmen, der gegenseitige Informationsaustausch soll die Bodenverluste unverzüglich wieder wettmachen.

Die größte Angst ist die Furcht vor der Handlungsschwäche, Furcht vor Totzeiten im doppelten Sinne des Wortes, wenn doch instantanes Handeln erforderlich ist. In diesen Tagen fürchten Kritiker der amerikanischen Sicherheitspolitik, die Bush-Regierung könnte die falschen Weichen stellen, um den Schutz des technologischen Rückgrats des Lands zu gewährleisten. Bushs Vorschlag sieht vor, den Posten des Sicherheitschefs abzuschaffen, um stattdessen einen Ausschuss von 21 Vertretern aller größeren Bundesbehörden einzurichten. Der Ausschuss würde dann der nationalen Sicherheitsberatein Condoleezza Rice Bericht erstatten. Unter diesen Regierungsstellen und Agenturen, die beteiligt werden, werden neben den relevanten Ministerien auch NSA, CIA und FBI genannt. In Clintons früherem Konzept waren lediglich elf Agenturen vorgesehen, die Schlüsselpositionen einnehmen.

Harris Miller von Information Technology Association hält es für vorzugswürdig, dass Bush weiterhin die Verantwortlichkeit bei einer einzigen Person belässt, für ihn ein "one-throat-to-choke approach" - was nichts anderes heißt, als wenigstens einen Schuldigen an der Gurgel zu packen, wenn doch die Verhältnisse im Übrigen so diffus bis eigendynamisch sind. Gleichwohl schätzt er Bushs Plan insoweit als gute Alternative zum Clinton-Konzept ein, da mehr Agenturen an den Entscheidungen beteiligt werden. Mark Rasch, früherer Chef der "Justice Department's computer crimes division" sieht genau da das Problem. Er prognostiziert, dass das avisierte Bush-Modell seinen Input von jeder Informationsquelle "auf Gottes grüner Erde" erhalte, bevor es zu einer Reaktion komme.Information overload statt action-loop? Nach Rasch kümmere sich niemand mehr wirklich um die kritische Infrastruktur, bis eben eine globale Katastrophe eintritt. Und die werde eintreten.

Aber vielleicht verdankt sich ja der in aller Öffentlichkeit vorgestellte Kompetenzwirrwarr nicht nur der Unmöglichkeit, jeden Sicherheitsnotstand organisatorisch zu konterkarieren, sondern der Absicht, mögliche Gegner im Unklaren über amerikanische Sicherheitsorganisationen, Entscheidungsabläufe und Reaktionstypen zu lassen. Die informativste Seite der NSA-Webpräsenz beispielsweise scheint immer noch die Kids' Page zu sein.

Kann sich die Angst nur legen, wenn die Katastrophe eintritt? Schon in dem frühen programmatischen Aufsatz "Cyberwar is coming" (John Arquilla and David Ronfeldt 1993) kündigt sich der virtuelle Krieg unterschwellig als Lustangstszenario an, der mit der alten Neugier empfangen wird, was der "große Experimentator" Krieg wohl dieses Mal für Überraschungen bereithalten wird? Wenn Amerika seine kollektive Angst als projektiven Schrecken begreifen würde, den es anderen bereiten könnte, wären die jetzt entfachten Rüstungsspiralen vielleicht wieder zurückzudrehen. Es würde Amerika sicher helfen, die Angst- und Aggressionsparole "Pearl Harbour" mit anderen Bildern, etwa dem Bild eines neuen elektronischen Vietnams oder gleich dem eines digitalen My Lai zu überblenden. Aber da ist no such agency, die an prominenter Stelle den starken Bush über die Schwächen einer Politik der Stärke berät, wenn alte Stärken so fragil werden.

http://www.heise.de/tp/artikel/9/9183/1.html
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