Die Techno-Libertarians und die schöne neue Cyberwelt

08.08.2001

Interview mit der kalifornischen Autorin Paulina Borsook, die in ihrem Buch "Cyberselfish" die Irrwege der Geeks, Extropianer und Bionomie-Anhänger aufdeckt

Paulina Borsook ist eine der wenigen freien Autor(inn)en, die auf einen echten Fanclub verweisen können. Ihre Anhänger haben die Homepage chez Justine - benannt nach ihrem Pseudonym im kürzlich stillgelegten Webmagazin Suck - gebastelt und pflegen dort ein Linkverzeichnis zu Borsooks Online-Artikeln. Am berühmtesten ist ihr Essay Cyberselfish, der 1996 im linken, damals nicht gerade als trendy zu bezeichnenden Magazin "Mother Jones" erschien. Darin verweist sie auf die Ironie, dass die libertäre Kultur im Silicon Valley sich einerseits vehement gegen den Staat richtet, andererseits aber die ihr zugrunde liegende Hightech-Industrie ohne staatliche Subventionen gar nicht groß geworden wäre. Die "Techno-Libertarians", wie die Autorin die marktgläubigen Hightech-Fetischisten in einem nur schwer ins Deutsche zu übersetzenden Begriff nennt, "picken sich die Profite aus den öffentlichen Ressourcen - die das Ergebnis weiser Regulierungspolitik und öffentlicher Ausgaben sind - wie Sahnehäubchen".

Obwohl Richard Barbrook und Andy Cameron diese Tatsache bereits in ihrer berühmten Analyse der Kalifornischen Ideologie dargelegt hatten, löste das "Cyberselfish"-Essay in den USA eine ziemlich heftige Debatte über die Techno-Libertarians aus. Kein Wunder, weiß David Hudson in seinem Buch Rewired. A strong (and opiniated) net history zu berichten. Denn Borsook "kleidet die Ideologie in greifbare Begriffe und in eine verständliche Umgangssprache, die mit gelegentlichen persönlichen Anekdoten angereichert ist. So werden die Implikationen nicht nur einem globalen Online-Publikum vor Augen geführt", sondern auch einer weniger in der Materie steckenden Offline-Leserschaft.

Der Artikel in Mother Jones und das Feedback darauf gab Borsook den Antrieb zur Verwirklichung ihrer lange gehegten Idee, ein ganzes Buch über die Techno-Libertarians zu schreiben. Nach einer komplizierten Entstehungsgeschichte - es sollte zunächst bei dem inzwischen eingestellten Verlagsarm des Unternehmens "Wired" veröffentlicht werden, da Borsook anfangs auch für das Magazin ab und an geschrieben hatte - erschien das Buch nach dem Zerwürfnis mit den selbst deutlich technolibertär angehauchten Ex-Wired-Bossen im vergangenen Jahr schließlich in einem Ostküsten-Verlag. Es trägt denselben Titel wie das Essay und ist auch im selben Stil geschrieben, was das Ganze zu einer sehr persönlichen, engagierten Geschichte macht.

In ihrem Buch arbeitet Borsook technoliberäre Züge in der gesamten Hightech- und Internetkultur heraus. Sie geht auf den Washingtoner Thinktank Cato oder die Anhänger der inzwischen viel an ihrem Reiz verlorenen Bionomie-Bewegung genauso ein wie auf die das ewige Leben durch Technik suchenden Transhumanisten und Extropianer. Auch Wired und den "Cypherpunks", den radikal mit Hilfe von Verschlüsselungstechniken um die Privatsphäre kämpfenden Computer-Aktivisten, widmet sie eigene Kapitel.

Der Aufstieg des Internet, der zeitgleich mit dem Aufkommen der Mikrocomputer verlief, war entscheidend für den Aufstieg des Technoliberalismus

Das Netz gab den zuvor isolierten Libertären - damals eine kleine kulturelle Minderheit - einen Ort der Begegnung. Im Netz fanden sie Solidarität und ein gelobtes Land. … Das Netz wurde der Treffpunkt einer Selbsthilfegruppe von Anarchisten.

Technolibertäre können ihrer Ansicht nach aber auch "deine Brüder oder Cousins sein, Informatikstudenten in höheren Semestern in fast jeder Hochschule des Landes. Einer von ihnen ist vielleicht der Typ, den du anrufst, wenn dein Computer repariert werden muss, ob du zu Hause oder im Büro arbeitest. Es gibt sie unter den Mitarbeitern deines Internet Service Providers. Sie sind wahrscheinlich zahlreich unter den Computerprofis vertreten, die eine Star-Trek- oder Sciencefiction-Tagung besuchen". Wo "zwei oder mehr Computer-Leute versammelt sind", schreibt Borsook, da sind die Technolibertären mitten unter ihnen.

Nach einem Jahr ist nun auch die deutsche Version erschienen. Die Übersetzung hat ihre Probleme, was angesichts der in Deutschland bisher wenig erforschten Materie sowie dem sehr persönlichen Stil Borsooks allerdings nicht besonders verwunderlich ist (Aus dem Schwarzbuch der deutschen Übersetzungen). Erstaunlich ist nur, dass die Autorin von ihrem deutschen Übersetzer kein einziges Mal kontaktiert wurde, um eventuelle Missverständnisse aufzuklären. So wird nicht nur der Begriff "Techno-Libertarianism" in zahlreiche, sich teilweise widersprechende Bedeutungsfelder verpackt, sondern auch mal Ira Magaziner, der Technologie-Fürst der Clinton-Regierung, in eine Frau verwandelt.

Trotzdem ist das Buch lesenswert und eine gute Gelegenheit, um einen Chat mit Paulina zu führen, die in Santa Cruz wohnt, einer kalifornischen Kleinstadt am Pazifik. Ursprünglich war Santa Cruz ein Hippie-Paradies, bekannt für seinen Rummel am "Boardwalk" und eine lebendige Marihuana-Szene. Doch inzwischen hat sich das Nest mit seinen ausufernden Suburbs in eine Art "Schlafstadt" für die emsigen Arbeiter im Silicon Valley entwickelt, mit dem die "Beach Town" über einen kurvigen, die Küstengebirgskette überwindenden Highway verbunden ist.

Wie haben Sie herausgefunden, dass es eine enge gedankliche Verbindung zwischen Hightech, Bionomie und der Selbstauffassung des Unternehmertums im Silicon Valley gibt?

Paulina Borsook: Ich durchwandere die Gefilde des Hightech inzwischen seit zwei Jahrzehnten. Dabei hatte ich ausreichend Gelegenheit, genau hinzuhören, in verschiedenen Szenen unterwegs zu sein und das Gesehene zu verarbeiten. Beispielsweise war ich zufällig bei der Pressekonferenz dabei, auf der 1983 die erste Version von Microsoft Windows im Waldorf-Astoria in Manhattan veröffentlicht wurde. Außerdem landete ich auf der ersten Konferenz rund um das kommerzielle Net 1987, wo ich viele der alten Arpanet- und Internet-Leute kennenlernte und mich mit Dan Lynch anfreundete, der die ganze Bionomie-Geschichte losgetreten hat. Zu guter Letzt war ich durch eine Reihe von Umständen schon sehr früh involviert mit "Wired", was mit meinem Umzug von Manhattan zurück nach San Francisco 1993 zusammen hing. Das Buch drückt also aus, was ich über eine lange Zeit hinweg beobachtet habe. Es ist der Versuch, die Wurzeln der Kultur zu beschreiben, auf die ich überall gestoßen bin. Es handelte sich also nicht um eine journalistische Faktenfindungs-Mission.

Wie sind sie auf die Techno-Libertarians aufmerksam geworden?

Paulina Borsook: Als ich zuerst in den Hightech-Bereich stolperte, dachte ich, dass die Leute dort genauso getaktet sind wie meine alten Bekannten vom Jet Propulsion Lab der Nasa oder inder Luftfahrtindustrie Südkaliforniens. Mit denen bin ich mehr oder weniger aufgewachsen, da sie die Freunde meiner Eltern waren. Allerdings spürte ich bald, dass es signifikante Unterschiede in beiden Weltbildern gab. Zunächst habe ich das gar nicht verstanden, da ich noch in den gewohnten Schablonen dachte. Es dauerte eine Weile, bis ich ein kohärentes Bild der neuen Hightech-Kultur zusammen hatte.

Gar nicht begreifen konnte ich etwa die feindliche Haltung im Silicon Valley gegenüber allem Staatlichen. Da ich wusste, dass dieser Bereich der Gesellschaft mehr Vor- als Nachteile durch die Regierung erfahren hat - mehr Vorteile als jeder andere soziale Sektor -, konnte ich lange nicht herausfinden, warum sie sich so gaben. Und wenn ich etwas nicht verstehe, dann wird mir klar, dass es wert ist darüber zu schreiben, dass es ein Rätsel zu lösen gilt.

Was macht den Technolibertärianismus so gefährlich? Wer steckt hauptsächlich hinter dieser "Bewegung"?

Paulina Borsook: Technolibertärianismus ähnelt eher einer Religion als einer politischen Bewegung. Es geht dabei mehr darum, wie die Menschen im Hightech-Business Themen anpacken und über die Welt denken als um das Kreuzchen, das sie auf dem Wahlzettel machen. Beide großen amerikanischen Parteien konnten im Silicon Valley bezeichnenderweise ähnlich exzellente Ergebnisse beim Fundraising vorweisen. Es ist also falsch, an eine Bewegung mit Agitatoren zu denken. Eher sollte man den Technolibertärianismus mit einem Glaubenssystem vergleichen, dass langsam zum Rest der Welt durchsickert.

Das "Startup-Modell" aus dem Silicon Valley etwa ist nicht das einzige/beste Modell für alles menschliche Streben und der Markt ist NICHT der beste Test für den Wert aller menschlichen Anstrengungen und die Softwareproduktion ist NICHT ein Modell dafür, wie alle menschlichen Einrichtungen und Beziehungen funktionieren sollten. Die Gefahr liegt darin, dass Leute außerhalb der Hightech-Szene glauben, dass das Hightech-Volk die Philosophenkönige unseres Zeitalters stellt. Und dass ihr Verhalten und ihre Kurzsichtigkeit eine Inspiration für uns alle sein sollte.

Steckt in jedem von uns ein kleiner Technolibertär? Glauben wir nicht alle irgendwie an die Segnungen der Technik und wollen nicht gerade die Internetnutzer, dass sich die Regierung aus ihrem kleinen, Cyberspace genannten Reich heraus hält?

Paulina Borsook: Es verläuft eine komplexe Spannung in uns allen zwischen dem Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, und dem Wunsch bzw. dem Bedürfnis, ein Teil der Gesellschaft zu sein. Das ist wahr. Und ich selbst bin ganz eindeutig eine große Vertreterin der Bürgerrechte, also ein Bürgerlibertär. Aber Sie müssen bedenken, dass Hightech mehr umfasst als nur das Internet und dass es etwas anderes ist, die freie Meinungsäußerung im Netz zu bewahren, als zu denken, dass die Regierung bei der Verfolgung von Online-Betrügereien eine Rolle spielen sollte. Oder bei der Überwachung und Regulierung der schrecklich giftigen Art und Weise, in der Computer hergestellt werden. Man muss hier differenzieren.

Sie selbst bezeichnen sich in ihrem Buch als Maschinenstürmerin, als ein echter "Luddite", wie man im Amerikanischen sagt. Was meinen Sie damit? Ihr Buch haben Sie doch sicher am Computer geschrieben?

Paulina Borsook: Ich sehe mich als ein "Luddite" im ursprünglichen Sinne. Die ersten Anhänger von Ned Ludd waren frühe Arbeits- und Umweltaktivisten. Sie beklagten zurecht die horrenden Effekte der Industriellen Revolution auf ihre Lebenswelt und ihre Körper. Obwohl ich mich seit 1981 im Hightech-Umfeld bewege, habe ich nie an die dort gepredigten Utopien und Visionen geglaubt.

Lassen Sie uns etwas über den Schutz der Privatsphäre reden. In Europa und in den USA wollen die Strafverfolger alle Telekommunikationsdaten aufzeichnen, Emails mitlesen und die Anonymität im Internet verbieten. Ist da die Angst vor zuviel Regierungsaktivität im Netz nicht auch berechtigt?

Paulina Borsook: Die Einmischung von Regierungsstellen in private Dinge muss man immer fürchten. Andererseits dringen auch Firmen heutzutage mindestens genauso stark in die Privatsphäre ein - und wer außer einer Regierungsbehörde könnte die Leute davor schützen?

Das Magazin "Wired" hat die Kryptorebellen und die Cypherpunks, die Sie mit zu den wichtigsten Vertretern des Cyberlibertärianismus zählen, schon auf dem Titel seiner zweiten Ausgabe 1993 gehabt. Welche Verbindung besteht zwischen dem Hausblatt der "digitalen Revolution" und den "Libertarians"?

Paulina Borsook: Zunächst möchte ich sagen, dass ich nicht an so etwas wie eine "digitale Revolution" glaube - zumindest nicht mehr als an eine "Automobil-Revolution", eine "Telgraphen-Revolution" oder eine "elektronische Revolution". Ich glaube sogar, dass die "digitale Revolution" weniger wichtig war als diese anderen Umbrüche. Aber "Wired" war unter der Führung seiner Gründer ein absolutes Propagandablatt der absoluten Marktverfechter. Es formte und reflektierte gleichzeitig die Kultur, die es zelebrierte.

In meinem Buch habe ich eine kleine Textanalyse der ersten paar "Wired"-Jahre gemacht. Es war fast schon ein Witz, wie konsistent das Magazin eine Hymne gegen den Staat in Artikeln, News und Kommentaren spielte. Sogar ich verdrängte das irgendwie im ersten Jahr, als ich für "Wired" schrieb - und war nachträglich um so geschockter, wie konstant die Propaganda vorangetrieben wurde. Und es fiel mir gleichzeitig auch um so stärker auf, welche Gesichtspunkte im ersten Mainstream-Magazin rund um die Technokultur nicht aufgegriffen wurden.

Wie konnten es "Wired" und eine Horde von Millionären im Silicon Valley schaffen, diesen ganzen Hype rund ums Internet, die "New Economy" und die immateriellen Welten des Cyberspace zu kreieren?

Paulina Borsook: Ich muss da noch etwas klarstellen: Ich glaube nicht, dass es so etwas wie die New Economy gibt. Aber das ist eine andere Geschichte. Der Hype funktionierte, weil der Mensch immer an etwas glauben muss. Und wer würde nicht lieber glauben, er sei ein ganze Auditorien sprengender Held und Erfinder als nur ein gewöhnlicher Geek und Computerfreak? Außerdem war es für die Wall Street und die Wagniskapitalgeber von Vorteil, zu dem Hype beizutragen. Schließlich ließ er die Bewertungen steigen - und damit auch ihre Managementhonorare. Außerdem konnten sie Aktien so schnellstmöglich wieder verkaufen. Und die Medien tragen vollständig die Verantwortung dafür, dieses ganze Tralala auch noch mitgemacht und verbreitet zu haben.

Heute sind die Hightech und "Wachstums"-Börsen ein Trauerspiel, der kurze Sommer des Internet ist vorüber. Kommt Ihr Buch da nicht etwas spät, um die ganze Party zu verderben?

Paulina Borsook: Ich dachte bereits lange vor dem Börsengang von Netscape in 1995 über die dem Markt über alles setzende Hightech-Kultur nach (die sich anscheinend mit dem ersten Boom des Silicon Valleys und des Internets in den Siebzigern entwickelt hat). Das war der Startschuss der ganzen Dotcom-Irrationalität. Aber das kulturell-religiöse Gedankengut existierte bereits lange vor dem Zeitpunkt, zu dem jetzt bankrotte Firmen wie March First Millionen Dollar für Werbekampagnen ausgaben. Und es wird auch dann noch vorhanden sein, wenn die Menschen es vor lauter Scham nicht mehr zugeben werden, dass sie - rein hypothetisch - Aktien von Dogfood.com gekauft haben. Das Buch hat zwar einen Fokus auf die Technokultur der Bay Area der Neunziger. Aber es dokumentiert eine Kultur, die sich seit rund 30 Jahren entwickelt hat und immer noch weiterleben wird, wenn das Valley zu seinen Wurzeln einer Ingenieurskultur zurückgekehrt ist, die nicht gerade als glamourös bezeichnet werden kann.

Insgesamt fühle ich mich etwas wie Walter Benjamin, der mit großer Verzweiflung jahrelang gegen eine totalisierende, vernichtende Technologie angeschrieben hat.

Was erwarten Sie für diesen Sommer in Kalifornien? Der "Economist" hat ja angesichts der Energiekrise und den zeitweiligen Stromunterbrechungen einen wahrhaft heißen Sommer ohne Klimaanlage prophezeit.

Paulina Borsook: In Santa Cruz kommt es aus mir unersichtlichen Gründen eh des öfteren zu Stromausfällen - auch ohne Energiekrise. Zudem habe ich überhaupt keine Klimaanlage. Was mit der sich vertiefenden Rezession und dem Platzen der Hightech-Blase sowie der neuen, mit Bush nicht gerade Softball spielenden Senatsmehrheit auf uns zukommt, ist schwer vorherzusagen für den Sommer.

Sehen Sie eine Verbindung zwischen der Kultur des Technolibertärianismus im "Golden State" und der Stromwirtschaftskrise?

Paulina Borsook: Bei der Energiekrise in Kalifornien geht es keineswegs um eine Knappheit, sondern um Marktmanipulationen aller Art. Es handelt sich um künstlich kreierte Engpässe. Es gibt keine direkte Verbindung zum Technolibertärianismus, höchstens im kulturellen Sinn. Und die ist es wert, sie kurz darzulegen.

Nur zu...

Paulina Borsook: Die meisten Europäer wissen vermutlich nicht, dass Kalifornien während einer seiner Anfälle anti-staatlicher Launen die Amtszeiten für Gesetzesgeber im Land beschränkt hat ("Wir wollen keine Profi-Politiker! Nach drei Amtszeiten fliegen Sie raus!"). Diese den Verfechtern der Marktregulierung angenehme Initiative hört sich theoretisch prima an, hat aber praktisch zu einem Verlust des institutionellen Gedächtnisses in der Legislative geführt. So gibt es kaum Politiker, die über Jahre hinweg Erfahrungen mit einem Sachthema oder einer Industriebranche gesammelt haben und viele sind naiv bzw. ignorant geworden. Der Einfachheit halber haben sie den Lobbyisten so mehr oder weniger freie Hand bei der Erarbeitung von Gesetzesentwürfen gelassen. Jetzt ist es nicht mehr schwer zu erraten, dass die kalifornischen Stromversorger selbst den "Deregulierungsplan" für die Branche entwickelt haben. Und das schlimmste ist, dass die Regierungszeit der Verantwortlichen für die ganze Krise natürlich jetzt abgelaufen ist. Sie sind also nicht mehr in der Legislative und können nur noch schwer zur Verantwortung gezogen werden.

Die echten Libertarians sehen das natürlich ganz anders?

Paulina Borsook: Stimmt schon, sie beschweren sich darüber, dass der kalifornische "Deregulierungsplan" keine wirkliche Deregulierung gebracht hat. Sie argumentieren, dass die Politiker allein Wege für gewisse Firmen außerhalb Kaliforniens geschaffen hat, das System anzuschmieren. Dabei hatten die Unternehmen aus Kalifornien eigentlich gedacht, dass genau dies ihnen doch gelingen würde. Also schwebten sowohl den Playern in Kalifornien sowie den aus anderen Bundesstaaten eine Monopol-ähnliche Situation vor. Niemand von den großen Konzernen wollte die Zersplitterung des Marktes in kleine Akteure, wie sie die echte Deregulierung hätte mit sich bringen können.

Aber letztlich ist es eben so, dass fast alle Versuche, vormals regulierte Industrien zu deregulieren in der Schaffung von Cash-Cows und Monopolen für einige Oligarchen enden. Und damit in den immer gleichen Problemen für die Verbraucher.

Cyberselfish. A Critical Romp Through the Terribly Libertarian Culture of High Tech. New York (Public Affairs), 2000.

Schöne neue Cyberwelt. Mythen, Helden und Irrwege des Hightech. München (dtv), 2001.

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