Back to Gaya ?

Ernst Corinth 28.08.2001

Der erste deutsche voll digitalisierte Spielfilm entsteht in Niedersachsen

Hannover ist nicht Hollywood. Und so soll erst einmal die genaue Netzadresse, wo man schon heute den Trailer zum geplanten Film "Back to Gaya" sehen kann, eigentlich nicht öffentlich genannt werden - sonst "pfeift der Server ab!", so ein Mitarbeiter der Produktion. Dabei braucht sich das Projekt keineswegs vor der Öffentlichkeit verstecken.

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"Back to Gaya" ist nämlich der erste voll digitalisierte Spielfilm aus deutschen Landen, genauer gesagt aus Niedersachen. Regie führt Lenard Krawinkel ("Sumo Bruno"). Produzent ist die Ambient Entertainment GmbH aus Hannover und finanziell unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Land Niedersachen. Wie hoch die Produktionskosten sind, verraten die Beteiligten allerdings noch nicht. Die Rede ist von einem zweistelligen Millionenbetrag, eine Summe, die Hollywood jedoch unter Peanuts abbuchen würde.

Gleichwohl sind an dem Projekt internationale Größen beteiligt - beispielsweise Bob Shaw und Don McEnery, die Autoren von "A Bugs Life" und "Hercules", der Musiker und Produzent Mousse T. und John Chatwick, früherer leitender Mitarbeiter bei "Industrial Light and Magic LucasArts". Entstehen soll der Film in den hannoverschen Ambient Studios und als möglicher Kinostart ist bisher der Winter 2003/2004 anvisiert.

Im Mittelpunkt dieses "Abenteuers für die ganze Familie" (Lenard Krawinkel) stehen zwei knuddelige Kerle, Boo und Sinu, die in "Gaya" leben, einem virtuellen Paradies einer TV-Zeichentrickserie. Eines schönen Tages müssen die zwei dann aber ihre künstliche Umgebung verlassen, weil ein durchgeknallter Professor einen für sie unheimlich wichtigen Zauberstein in die wirkliche Welt entführt hat.

Für Krawinkel ist aber auch dieses Filmprojekt eine Art Zauberstein. Als Regisseur, sagt er, fasziniere ihn die Möglichkeit mit Hilfe einer neuen Technik Hollywood die Stirn zu bieten. "Als europäische Filmemacher verfügen wir nicht über amerikanische Budgets und ihre Stars, aber wir werden in Zukunft mit einem Bruchteil der Produktionskosten mit Hilfe der neuen Technik zu einem ähnlich visuellen Ergebnis kommen. Die Reaktion aus Amerika war auf jeden Fall (ich habe das Projekt bei den großen Studios vorgestellt), dass sie nicht glauben wollten, dass so etwas aus Deutschland kommt."

Wie selbstbewusst die Produzenten bereits auftreten, zeigt auch ihr erster Werbeslogan: "An Indiana Jones for kids with the technique of ,Toy Story' and the writing team of ,A Bugs Life'" Und irgendwann werden sie bestimmt auch das Problem mit ihrem zum Abpfeifen neigenden Server lösen. Dann ist zwar Hannover immer noch nicht Hollywood, aber den Trailer (knapp 9 Megabyte) darf dann zumindest jeder sehen.

http://www.heise.de/tp/artikel/9/9408/1.html
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