Nackte Barbie bleibt online
Richter bestätigt Recht auf Parodie
Der Spielwarenhersteller Mattel hatte den amerikanischen Künstler Tom Forsythe verklagt, der über seine Website Creative Freedom Defense Bilder der unbekleideten Barbie in allen möglichen Arrangements präsentiert.
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| "Milk Maids" (alle Bilder von Tom Forsythe) |
Mattel hatte sich darüber aufgeregt, dass Forsythe ihre Marke benutzt, um mit aufgespießten Barbie-Köpfen oder eindeutig sexuellen Posen des blonden Puppengifts Geld zu verdienen. Auf der Site sind die Barbies nämlich nicht nur zu sehen, sondern auch als Drucke online für $ 350-400.- bestellbar. Die Firma befürchtet zudem durch die Art der Darstellung einen Imageschaden für ihr Massen-Püppchen.
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Tom Forsythe stellt in seinen "artsurdist statemet" auf der Site klar, worum es ihm geht:
Als erstes bringe ich Leute zum Lachen durch die absurden Situationen, die ich für Barbie erschaffe. Dann bringe ich sie dazu, darüber nachzudenken, wie absurd es ist, in die Falle zu tappen, einen unmöglichen Schönheits-Mythos zu kaufen. Es geht nicht um Barbie an sich. Das Objekt könnte aus allen möglichen gut vermarkteten Dingen bestehen. Aber Barbie ist seit über 40 Jahren Teil unserer kulturellen Identität und sie steht für die Kontinuität der Gebrauchsgüter-Maschinerie. Der Mythos Schönheit zerstört Frauen, die dem Bild nicht entsprechen können sowie Männer, die denken, dass sie eine Frau brauchen, die es nicht geben kann, und auch Beziehungen zwischen Paaren, die sich zwangsläufig gegenseitig enttäuschen müssen.
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| "Barbies on the Half Shell" |
Bezirksrichter Ronald Lew entschied zwei Jahre nach Einreichung der Klage in Kalifornien, dass das Recht der freien Meinungsäußerung in diesem Fall die Marken- und Urheberrechte überwiege. Die kommerzielle Nutzung stehe bei Forsythe nicht im Vordergrund und er schädige Mattel nicht finanziell, denn sie würden durch ihn keine Verkaufseinbussen erleiden. Auch der Argumentation des Spieleproduzenten, durch diese Barbie-Bilder werde der Verbraucher über den Zweck der Puppen als Kinderspielzeug in die Irre geführt, konnte der Richter nicht folgen. Mattel hat angekündigt, gegen das Urteil in Revision zu gehen.
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| "Heatwave" |
Forsythe versucht nun, Geld aufzutreiben, um seine durch den Prozess entstandenen Kosten zu decken. Ihm ist klar, dass das Urteil kein Freibrief für die künstlerische Verwendung von Barbies ist, dennoch ist er überzeugt: "Ich bin nicht der Erste, der Barbie parodiert und ich werde nicht der Letzte sein." Damit behält er sicher genauso Recht wie im Prozess, denn Barbie haben schon viele Künstler und Künstlerinnen in eigenen Werken verwendet. Die hohle, blonde Schönheit ohne Brustwarzen und ihr überschlanker Kunststoffkörper werden sicher auch weiterhin ein Quell künstlerischer Inspiration sein.
http://www.heise.de/tp/artikel/9/9440/1.html- Barbie wird operiert (10.9.2001 12:50)
- Bulimie Barbie und Epilepti-Ken (5.9.2001 16:46)
- Re: Epilepti-Barbie und Keuchhusten-Ken (5.9.2001 16:33)
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