Die netten Hurensöhne der USA: Hitler - Saddam - Bin Laden

17.09.2001

The WTC Conspiracy V

Auf den jüdisch-christlich-islamischen runden Tisch in Jerusalem samt Abzug der US-Truppen aus Nahosten, den wir in der letzten Folge gefordert hatten, meinte Freund S. "Das ist doch geopolitische Naivität, mal wieder typische Anarcho-Hippie-Gutmenschen-Romantik. Da wiederholt sich Babylon - und du Blödkopf glaubst immer noch an Fortschritt. Es ist doch ganz klar: solange unsere Technologie am Öl hängt, können wir die Kontrolle nicht den Kameltreibern überlassen, wie Kissinger sich auszudrücken pflegte. Also überleg dir gut, wie weit du mit deinem Anti-Amerikanismus gehst."

Letzteres weise ich sofort aufs Schärfste zurück und lobe die Höhepunkte der amerikanischen Kultur - Bob Dylan, Frank Zappa, "Manche mögens heiß", was S. allerdings nicht gelten lässt: "Die ersten zwei sind CounterCulture und Billy Wilder ist Deutscher". Egal: wenn Methoden und Folgen der US-Außenpolitik die Welt in einen Krieg treiben, muss scharfe Kritik erlaubt sein und vor allem ein skeptischer Blick, was wirklich dahinter steckt. Terror kommt nicht aus heiterem Himmel: die Ibn Ladins, Saddams, Hitlers sind keine Naturereignisse.

General Motors, in den 30ern kontrolliert von dem Chemieunternehmer und glühenden Nazi Irené DuPont, lieferte der deutschen Wehrmacht nicht nur das wichtigste Fahrzeug für ihren Blitzkrieg, den Opel Blitz, sondern zusammen mit Rockefellers Standard Oil auch den Sprit sowie Patente und Kapital für die IG Farben. George W. Bushs Urgroßvater und Großvater machten bis 1942 als Banker ein Vermögen mit Investitionen ins Dritte Reich (zur Bush-DuPont-Nazi-Connection). Coca Cola war selbstverständlich Großsponsor der Olympiade 1936. In seinem Buch "Facts & Faschism" (1943) listete der Autor George Seldon - eine Art Ralph Nader der 30er & 40er Jahre - eine ganze Phalanx hochrangiger US-Investoren auf, die massiv in Geschäfte mit den Nazis involviert waren. Auch Adolf war insofern einer dieser "netten Hurensöhne" der USA, was die Schuld seiner rasenden Mitläufer nicht geringer macht, aber die Dankbarkeit für die Befreier doch ein wenig relativiert - ohne ihr vorheriges Großinvestment in den Faschismus wäre die Befreiung vermutlich gar nicht nötig geworden. Das "Volk ohne Raum" hätte nämlich mangels Mobilität zuhause bleiben müssen.

Ganz ähnlich scheint die Lage bei der nunmehr anstehenden Befreiung der Welt vom Terrorismus. 6 Milliarden Dollar wurden laut CNN von den USA und den Saudis in Ibn Ladins Söldnertruppe investiert, die CIA war in den 80ern Gastgeber der ersten "Dschihad-Weltkonferenz" in New York, in 38 US-Filialen akquirierte das "Büro im Dienst der Heiligen Krieger" ebensolche für den Kampf. Es ist keine Verschwörungstheorie, dass Konspiration, Gewalt und Terror verborgene, aber selbstverständliche Mittel der US-Außenpolitik sind - fanatische Juden werden dafür ebenso instrumentalisiert wie fanatische Moslems. Die Geister aber, die die USA stets riefen, wenn es "amerikanische Interessen" zu wahren galt, haben jetzt auf grausame Art zurückgeschlagen. Höchste Zeit für Amerika, seine notorische Hurensohn-Politik zu überdenken.

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