Kimble rüstet auf!

Ernst Corinth 18.10.2001

Der Yihat hat begonnen

Der Inhaber des armyshop.de muss sich nicht wundern, wenn es demnächst bei ihm klingelt. Und ein rundlicher Typ vor der Tür steht, der ausschaut wie eine Parodie auf Uncle Sam und stur behauptet, er sei der Kimble und dennoch nicht auf der Flucht. Denn dieser Kimble benötigt vor allem Klamotten, mit denen er seine Cyber-Krieger ordnungsgemäß für den von ihm ausgerufenen Yihat ausrüsten kann.

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Kimble wants you, bin Ladin

Genau diese Ausrüstung findet man eben im armyshop.de, beispielsweise unter der Bestellnummer 2960 die gestrickte Sturmhaube Balaclava, in den Farben: schwarz, oliv, weiß, flecktarn für nur 15 DM. Oder unter der Nummer 2008 die schwedische Panzerfeldjacke M69 mit einknöpfbarer Kapuze oliv neuwertig. Mit robustem RV taillierung und Gummiband im Bund für 49 DM.

"Da schau her", wird Kimble jetzt bestimmt denken, "ich wusste gar nicht, dass auch der Schwede Panzer hat." Ja, auch der weise Führer des Jihat kann eben nicht alles wissen. Doch bei diesem Schnäppchen wird er garantiert sofort zugreifen:

Nr: 2005
Fliegerjacke AVIATION
S O N D E R P R E I S !!!!! Jacke im CWU Schnitt mit robustem Obermaterial mit leuchtgelbem Innenfutter sowie langen Strickbündchen an Ärmeln und Taille für einen exakten Sitz
An Firmen und Vereine! BeiAbnahme ab 10 Stk. ist der Preis 109.00 DM Die Mwst. wird ausgewiesen.Auf Anfrage besticken wir die Jacke auch mit Ihrem Logo.
Farbe: navy,schwarz
Stk 149.00 DM

Preiswerter geht's nimmer, schließlich muss wahrscheinlich auch ein Kimble sparen, nicht nur, aber auch für sein neu eingerichtetes Trainingscamp, in dem seine Krieger den letzten Schliff bekommen sollen. Auf sie warten ja schließlich wichtige Einsätze gegen das Böse in der Welt und im Computernetz, wo sie zukünftig dem Oberschurken auf die Finger hacken sollen.

Weil Ordnung nun einmal sein muss und Krieger ohne Uniform wirklich nichts hermachen, verriet Kimble jetzt Newsbytes, dass er für seine entschlossenen Männer T-Shirts und passende Kappen besorgen werde. Das schärft bekanntlich den Korpsgeist und wird den Herrn bin Ladin bestimmt gar mächtig beeindrucken. Und auch für seine Kritiker hat Kimble stets ein offenes Ohr:

There are some jelouse lamers out there spreading rumours like:
"Kimble is a Fed"
"Kimble setted up YIHAT to bust you"
"Kimble has never been a hacker"
"Kimble is making PR with killed americans"
"Kimble is censoring the guestbook"
"Kimble is beautyfull"
"Kimble wants bin Ladens money on his bank"

The truth:
I am not a Fed. I am Fat, thats a big difference.
I started YIHAT to fight terror, not YOU.
1 4m 7h3 m0s7 1337 h4x0r 0u7 7h3r3 ;-)
This hurts. I am risking alot. Its no PR!!!
Why would I censor the guestbook? Only cool entries ;-)
I am beautyfull, I have all the girls ;-)
YES!!!
Have a nice day, (you lamers too)
Kimble

Angefangen hatte Schmitz mit seiner neuen Lebensaufgabe schon kurz nach dem Anschlag (Terrorgewinnler). Er lobte ein Preisgeld von 10 Millionen Dollar für Hinweise aus, die zur Ergreifung von bin Ladin führen. Viele Hinweise seien darauf hin gekommen, die Schmitz an das FBI weiter geleitet habe.

Dann vermeldete Schmitz die Gründung von YIHAT (Young Intelligent Hackers Against Terrorism), um im Internet den Terroristen zu bekämpfen (Staat dringend gesucht). Das Ziel ist: "Killing Terrorism", wofür es dann auch die passende Webseite gibt: kill.net. Angeblich soll ein Mitglied der Cyberkämpfer in den Server einer arabischen Bank eingedrungen sein, bei der bin Ladin Kunde sei. Auch über den Erfolg dieser Aktion ließ sich nichts Verlässliches vernehmen.

"We are a global organization of highly skilled hackers working together to "identify and eliminate the electronic foundations of terrorism" (web sites, communication networks and email accounts) and consequentially making this world a safer place to live. "

Jetzt stehe Schmitz in Verhandlung mit einem europäischen und einem asiatischen Land, um den Kampf gegen das Böse zu legalisieren, schließlich gelten Computercracker selbst oft als Terroristen. Das FBI hat denn auf Anfrage von Newsbytes auch schon verraten, dass solche Rachefeldzüge illegal bleiben (zumindest wenn es das FBI oder die Geheimdienste nicht selbst machen). Ja, und dann richtet Schmitz in guter Terroristenmanier angeblich ein virtuelles Trainingslager für seine Mitstreiter ein. Schulen sollen sie sich an Netzwerken von Organisationen, die diese ihnen zum Knacken zur Verfügung stellen. Dafür gibt es dann Informationen über die gefundenen Sicherheitslücken umsonst. So liest man in dem Vertrag:

"The mandator is willing to have his IPs and computer systems tested on vulnerabilities. YIHAT offers the opportunity to the mandator to have his system tested on vulnerabilities by an undetermined number of hackers by publishing IPs of the mandator on YIHATs website. Hackers can register themselves at YIHATs website (those registered hackers hereinafter called "YIHAT members"). YIHAT members than may try to find vulnerabilities on the mandators systems for training purposes therefore using the published IPs."

http://www.heise.de/tp/artikel/9/9855/1.html
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