T-Online bald T-Offline?

Ernst Corinth 19.11.2001

Die Telekom sorgt jedenfalls schon mal vor

Nun hat es auch unsere Telekom offenbar terroristisch erwischt. Wer heute in der Netzeitung blätterte und dabei auf genau diese Seite stieß, traute seinen Augen kaum. In der ausschließlich dem US-Taliban-Afghanistan-Bin-Laden-Konflikt gewidmeten Rubrik "Terrorkrieg" stand fast ganz oben und mitten zwischen den beiden Schlagzeilen "Moslemische UN-Truppe für Afghanistan in Vorbereitung (19. Nov 14:22)" und "Französischer Anti-Terror-Einsatz verzögert sich (19. Nov 14:09)" tatsächlich Blau auf Grau: "Telekom droht weitere Prüfung durch Wettbewerbshüter (19. Nov 14:19)" (Screenshot).

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Was natürlich eine Menge Fragen aufwirft. Beispielsweise diese zwei: Will uns die Netzeitung damit sagen, dass hinter den Wettbewerbshütern der Bärtige und seine Taliban-Bush-Krieger stecken, die nun ein weiteres Symbol unserer westlichen Welt, also unsere geliebte Telekom, ins Visier genommen haben - womöglich im Auftrag von A(rabian)OL? Oder möchte die Netzeitung damit subtil andeuten, dass bei der Telekom nicht nur ganz gewöhnliche Schläfer, sondern schlafende Fundamentalisten der islamischen Art arbeiten, die jetzt durch Wettbewerbshüter eben entdeckt, aufgeweckt und vermutlich gerade auf ihre Verfassungstreue überprüft werden?

Ein böser Verdacht liegt also mal wieder im Raum. Und zusätzlich geschürt wird er durch die Telekom selber, die inzwischen klammheimlich eingesteht, dass sie ganz schön am Ende ist; und zwar so im Eimer, dass ihre Tochter T-Online demnächst womöglich das Aus und damit der totale Offline-Zustand droht. Dafür sprechen nämlich einige Indizien.

So war kürzlich im Süden Deutschlands stundenlang eine Einwahl ins Internet über T-Online gar nicht erst möglich. Vermutlich ein erster Test des neuen Offline-Daseins. Und wer mal versucht hat, die Störungsstelle der Telekom zu erreichen, wird nach mehreren vergeblichen Anrufen bestätigen, irgendetwas stimmt da nicht.

Doch damit nicht genug: Den wichtigsten Beweis liefert denic.de. Wer dort nachschaut, wer sich die Adressen toffline.de und t-offline.de gesichert hat, wird erstaunt feststellen, dass das die Telekom selbst war. Und eines wird man dem Ron-Sommer-Team trotz aller Pannen bestimmt nicht nachsagen können: fehlende Weitsicht.

http://www.heise.de/tp/artikel/9/9992/1.html
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