HP macht sich bei Katzenliebhabern unbeliebt
Der Computerhersteller verweigert einem Kunden Garantieleistungen wegen Tierhaaren im Rechner
Der Computerfabrikant HP erregt derzeit mit einem Fall Aufsehen, in dem einem Elitebook-Besitzer sein kaputtes Geräts zur Reparatur einsandte und es unrepariert zurück bekam. Eine Erklärung dafür, warum es nicht repariert worden war, fehlte.
Nachdem er drei Wochen lang immer wieder nachfragte, erfuhr der HP-Kunde zuerst nur, dass er etwas getan habe, was die Garantie erlöschen ließ. Als er auch nach dieser allgemeinen Erklärung nicht locker ließ, teilte ihm ein Angestellter schließlich telefonisch mit, dass man in seinem Rechner Katzenhaare gefunden hatte. Die, so ein Supervisor, hätten den Lüfter blockiert und dazu geführt, dass sich der Prozessor überhitzt.
Beim Betrachten der von HP angefertigten Fotos dieser Katzenhaare im Rechner überkamen dem Kunden allerdings Zweifel an dieser Erklärung, die er gegenüber dem Servicepersonal auch kundtat. Nach einer Rücksprache des Supervisors mit einem Vorgesetzten, teilte man ihm schließlich mit, dass man den Rechner aufgrund der Katzenhaare als "biological hazard" einstufe und deshalb nicht reparieren könne.
Eine Anfrage von Telepolis an HP, ob sich dies auf die Rolle von Katzenhaaren beim Auslösen allergischer Symptome bezieht und ob unter den Mitarbeitern dieser Abteilung Allergiker befinden, blieb bislang unbeantwortet. Bei der verbreiteten "Katzenhaarallergie" reagieren Menschen eigentlich nicht auf Katzenhaare mit Niesen, Ausschlag oder Asthma, sondern meist auf das Protein Fel d 1, das eigentlich aus dem Speichel und aus der Haut der Tiere kommt, die sich gerne und häufig das Fell lecken.
Da ein Fel-d-1-Protein nur zwischen 2 und 10 µm groß ist, lässt es sich aus damit in Berührung gekommenen Kleidungsstücken oder Räumen nur relativ schwer vollständig entfernen. Als einziges Heilmittel gegen eine Fel-d-1—Allergie ist bisher die Hyposensibilisierung bekannt, die allerdings nicht von allen Versicherungen bezahlt wird, sehr lange dauert und nur bei einem Teil der Patienten anschlägt.
Update:
Am Donnerstag den 15. Dezember ging doch noch eine Antwort von HP Deutschland ein, die wie folgt lautet:
"Der Fall hat sich nicht in Deutschland zugetragen und welche Aspekte konkret die Kollegen dazu veranlasst haben eine Reparatur auf Garantie abzulehnen, können wir im Detail nicht nachverfolgen. Wenn ein Notebook offensichtlich in einer ungewöhnlich "schmutzigen" Umgebung betrieben wird, kann das in Einzelfällen sicherlich ein valider Grund sein, keine Garantieansprüche gelten zu lassen. In diesem speziellen Fall hätte HP Deutschland aber eine andere Entscheidung getroffen und bei der ersten Reklamation das Produkt auf Garantie repariert und vor allem gesäubert. Vor allem wäre es uns wichtig gewesen den Kunden aufzuklären, wie er einer zu starken Verschmutzung in Zukunft entgegenwirken kann. Dazu ein paar Hintergrundinfos: Die Kühlung eines Notebooks findet über eine Kombination aus Heatsink und einem Lüfter statt. Die Luft wird dabei durch das Gitter im Gehäuseboden, also unter dem Notebook, angesaugt und über das seitliche Gitter wieder nach außen abgegeben. Durch den Unterdruck werden in der Luft befindliche Partikel wie Staub oder eben Tierhaare mit eingesogen und setzen sich z.B. auf den Lüfterblättern oder den Kühlrippen ab. Mit der Zeit verstärkt sich dieser Effekt immer mehr, da Staub und Haare umso besser haften bleiben, wenn das Notebook inwendig schon etwas verschmutzt ist. Aus diesem Grund empfehlen wir, Notebooks regelmäßig zu säubern, am besten mit Druckluft. In diesem speziellen Fall hätten wir dem Kunden außerdem geraten darauf zu achten, dass das Haustier keinen direkten Kontakt mit dem Gerät hat – warme Notebooks sind nämlich tatsächlich ein beliebter Ruheplatz!"
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