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05.01.2012Science-News
Nachrichten aus der Wissenschaft

Musikhören ist zum Hauptrisiko für Gehörschädigungen geworden

Die stärkste Lärmbelastung geht nicht mehr von Lärm in Arbeit oder Verkehr aus, sondern von Audiogeräten wie MP3-Playern

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Mehr als die Hälfte der Menschen leben in Städten, in den Ländern mit einer frühen Urbanisierung im Zeitalter der Industrialisierung sind es bereits 80 Prozent und mehr. Stadtbewohner sind meist stärker Lärm ausgesetzt, allerdings ist das Leben auf dem Land mit der Motorisierung der Landwirtschaft und dem Autoverkehr schon lange keine stille Oase mehr. Gleichwohl sollen 90 Prozent der Städter Lärm ausgesetzt sein, der zum Verlust des Gehörs führen und damit unfreiwillig in die Stille.

Wissenschaftler der University of Michigan haben nun festgestellt, dass bei der Lärmbelastung eine tiefgreifende Veränderung geschehen ist. Waren die Menschen einst während der Arbeit durch Lärm gefährdet, so sind hier zumindest entsprechende Schutzmaßnahmen eingeführt worden. Jetzt kommt das größte Risiko durch Freizeitaktivitäten, die nicht so einfach durch staatliche Vorschriften geregelt werden können.

Eigentlich hatten die Wissenschaftler vermutet, dass die stärkste Belastung neben der Arbeit vom Verkehrslärm ausgehen würde, zumal die jährliche Lärmaussetzung durch MP3-Player und andere Audiogeräte nicht so groß ist. Allerdings hat die Lärmbelastung, die über die empfohlene Grenze hinausging, bei den Pendlern nur 10 Prozent betroffen, während 90 Prozent der Pendler und 87 Prozent der Nichtpendler vornehmlich durch MP3- und andere Audiogeräte die empfohlenen Lärmgrenzen überschreiten. Zwei Drittel der Menschen setzen sich mithin einem gesundheitsschädlichen Lärm durch Musikhören aus.

Grundlage der Studie ist die Untersuchung von 4.500 Menschen aus New York, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Durchschnittlich verbringen diese jährlich 380 Stunden beim Pendeln mit einer Lärmbelastung von 72 - 81 Dezibel. Schmerzhaft wird es ab 125 Dezibel, wobei auch schon eine einmalige Aussetzung zu einem permanenten Hörverlust führen kann.

Für die Wissenschaftler stellt das Ergebnis ihrer Studie ein ernsthaftes Problem dar, schließlich würde man kaum Umstände tolerieren, in denen 90 Prozent der Menschen einem gesundheitsgefährdenden Risiko ausgesetzt sind. Bei Krebs oder anderen Krankheitsursachen würde man normalerweise handeln, nicht aber bei Lärm - und schon gar nicht beim Lärm, den die Menschen sich selbst zufügen.

http://www.heise.de/tp/blogs/10/151124
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