Ganz ohne Quote
Einer britischen Analyse nach werden Frauen Männer bei Lungenkrebserkrankungen in den nächsten Jahrzehnten überholen
Das Londoner King's College hat für die private Wohltätigkeitsorganisation Macmillan Cancer Support eine Analyse durchgeführt, der zufolge Frauen Männer in den nächsten Jahrzehnten bei der Zahl der Lungenkrebserkrankungen überholen.
2010 erkrankten im Inselkönigreich mit etwa 39.000 zu 26.000 deutlich mehr Männer als Frauen an dem zu 80 Prozent durch Rauchen verursachten Leiden. Bis 2040 soll die Zahl der von Lungenkrebs betroffenen Briten der Analyse nach insgesamt von 65.000 auf 137.000 steigen. Dieser Anstieg verteilt sich dem King's College nach aber sehr ungleichmäßig auf die Geschlechter: Bei den Männern nimmt die Zahl der Erkrankungsfälle nur um prognostizierte 3.000 (beziehungsweise acht Prozent) zu – aber bei den Frauen vervierfacht sie sich praktisch um 69.000 auf insgesamt 95.000. Zudem werden die gesundheitlichen Aussichten der betroffenen Frauen angeblich niedriger sein als die der Männer: Während bei letzteren 59 Prozent die Chance haben, ihre Diagnose länger als fünf Jahre zu überleben, sind es bei Frauen lediglich 47 Prozent.
Macmillan Cancer Support mahnt angesichts dieser Prognosen eine deutliche Erhöhung der wissenschaftlichen Budgets für Lungenkrebs an. Obwohl an ihm aktuell mehr als an allen anderen Tumorerkrankungen sterben, stehen für seine Erforschung in Großbritannien nur etwa 25 Prozent der Gelder zur Verfügung, die man genehmigt hat, um mehr über Brustkrebs herauszufinden.
Basis für die Berechnungen des King's College waren bestehende Trends, die man extrapolierte. Solche Trends können sich allerdings ändern – etwa durch die Auswirkungen von Rauch- und Werbeverboten oder von Warnkampagnen auf Zigarettenschachteln. Dort funktionieren einer in der Dezemberausgabe des American Journal of Preventive Medicine erschienenen Studie der Arnold School of Public Health explizite Fotos kranker Organe besser als solche leidender Menschen oder abstrakte Symbole. Sie sprechen auch Personen mit niedrigem Bildungsstand an, die besonders häufig rauchen. Dass bloße Warntexte sehr viel weniger wirksam abschrecken, zeigten bereits vorangegangene Studien.
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