Klimaforscher veröffentlichen Erklärung: "Es ist keine Zeit zu verlieren"
Über 200 Klimaforscher haben eine Erklärung unterzeichnet, in der sie Regierungen drängen, eine einschneidende Reduktion der Treibhausgas-Emissionen zu beschließen.
Mehr als 200 Klimawissenschaftler haben anlässlich der UN-Klimakonferenz eine Bali-Klima-Erklärung verfasst, in der sie die Regierungen drängen, möglichst schnell zu handeln und die Erwärmung einzudämmen. Bis 2050 müssten die globalen Treibhaus-Emissionen um mindestens 50 Prozent gegenüber den Werten von 1990 gesenkt werden, fordern sie. Langfristig müsste ihre Konzentration in der Luft auf ein CO2-Äquivalent von deutlich unter 450 ppm stabilisiert werden. Jetzt beträgt das CO2-Äquivalent 375 ppm: "Um unter einer Erwärmung von 2 Grad Celsius zu bleiben, müssen die globalen Emissionen in den nächsten 10-15 Jahren ihren höchsten Wert erfahren und zurückgehen. Daher ist keine Zeit zu verlieren", heißt es in der Erklärung.
Verfasst wurde die Erklärung unter der Leitung des Climate Change Research Centre der University of New South Wales in Sydney. Unterschrieben haben viele Wissenschaftler aus Australien, aber auch aus den USA und anderen westlichen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Italien, Schweiz etc. Auffällig ist jedoch das Fehlen von Wissenschaftlern aus anderen Ländern. Aus Indien haben nur zwei Wissenschaftler die Erklärung unterzeichnet, aus Russland, Brasilien, Argentinien oder Indonesien jeweils nur einer. Andere Staaten wie Japan, China oder alle osteuropäischen, asiatischen oder arabischen Länder sind bislang nicht vertreten. Die Gründe dafür sind sicherlich, dass die westlichen Industriestaaten mehr Gelder in die Klimaforschung stecken und dort auch das Umweltbewusstsein verbreiteter ist. Auffällig ist aber doch, dass die Klimaforscher, die zu schnellen Entscheidungen treiben, nur aus einer kleinen Gruppe von Ländern stammen, die zudem für einen Großteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist.
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