Pack die Algen in den Tank
Die Suche nach dem besserem Biosprit
Die Suche nach dem besserem Biotreibstoff ist die Suche nach dem neuen grünen Gold. Und der neue Goldrausch könnte "Swamp Fever" heißen. Das legt der Guardian heute mit einem Artikel nahe, der einen ungewöhnlichen Rohstoff für Biotreibstoff vorstellt: Algen.
Die Vorteile des Materials sind offenkundig: Der Stoff ist in vielen Gegenden leicht zu gewinnen. Man braucht nur einen Eimer Wasser an die Luft zu stellen, schon wird’s grün. Aquaflow Bionomic Corporation, ein neuseeländisches Unternehmen, das eine Rieselfeldanlage betreibt, hat der britischen Zeitung zufolge eine Technologie patentieren lassen, die aus Algen, die in Abwasserkanälen heranwachsen, Öl extrahiert , woraus in der Folge Biodiesel produziert werden kann.
Wie das genau funktioniert, wird natürlich geheimgehalten. Es soll sich lohnen, so zitiert der Guardian einen der Aquaflow-Chefs, demzufolge der gewonnene Dieselkraftstoff sich für Transport und häuslichen Gebrauch eigne. Nicht nur die Balance zwischen Produktionsaufwand und -resultat soll stimmen, die dafür notwendige Technologie soll auf einem Lastwagen Platz haben.
"Unser Ziel ist es, Gemeinschaften zu befähigen, dass sie den Bewuchs von wilden Algen dazu nutzen, Selbstversorger zu werden", so Aquaflow-Boss Gerritsen.
Das hat der Treibstoffgroßhändler Shell bestimmt nicht so im Sinn, aber auch dieses Unternehmen interessiert sich dafür, aus Algen Motorkraftstoff zu entwicklen. Zusammen mit HR Biopetroleum hat Shell Anfang Dezember den Bau einer großen Anlage auf Hawaii angekündigt, wo Meeresalgen in schneller Folge wachsen und in Diesel-Biotreibstoff umgewandelt werden sollen.
In den USA läßt die von der Regierung unterstützte Commercial Aviation Alternative Fuels Initiative Möglichkeiten prüfen, ob sich aus Algen gewonnener Treibstoff für den Flugverkehr verwenden ließe.
Für Experten ist der Weg zu solchen Zukunftsvorstellungen aber noch weit. Zwar brauche man für Algen weitaus weniger und ökologisch günstigere Anbauflächen als für Getreide, Soja, Raps oder Zuckerrohr und obendrein wachsen Algen sehr schnell nach. Dennoch: Der Prozess zur Umwandlung in Biotreibstoff sei voller Hürden, so ein Experte des staatlichen US-Forschungsinstituts National Renewable Energy Laboratory (NREL). NREL arbeitet mit Chevron zusammen an einem eigenen Projekt zur Gewinnung von Treibstoff aus Algen. Forschungsleiter Eric Jarvis, der federführend auch an der Entwicklung eines aktuellen Patents zur Transformation von Algen beteiligt war, zu den Schwierigkeiten:
"You have to find an algae strain that thrives in your particular conditions. It must divide at a reasonable rate and produce oil. These things are tough. Then you need to separate the algae from water and extract oil from the paste. Once you have lipid oil, you have to create a fuel that passes specification tests."
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