EU-Kommissar gegen Palmöl
Kritische Stimmen gegen so genannten Biosprit aus der EU-Kommission und von britischen Wissenschaftlern.
Die Agrarkraftstoffe kommen ins Gerede. Inzwischen hat sich bis zur EU-Kommission herum gesprochen, dass an dem so genannten Biosprit, oftmals kaum etwas von dem Positiven zu finden, ist das durch das Attribut „Bio“ suggeriert werden soll. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas hat nach einem Bericht der britischen Tageszeitung The Telegraph Zweifel an den Klimaschutzzielen der Mitgliedsländer angemeldet. „Wir haben festgestellt, dass die Umweltprobleme und auch die sozialen Probleme, die von den Biokraftstoffen hervorgerufen werden, größer sind, als wir gedacht hatten. Wir müssen daher mit Bedacht vorgehen.“ Dimas forderte ein Verbot von Palmöl und Ethanol aus Zuckerrohr, das auf zuvor gerodeten Flächen gewonnen wurde. Die EU hatte sich letztes Jahr darauf festgelegt, ab 2020 eine Zumischungsquote von mindestens zehn Prozent für Kraftstoffe verbindlich vorzuschreiben.
Auch aus London gibt es Kritik an den Pflanzentreibstoffen. Die britische Royal Society hat am Montag davor gewarnt, dass einige Arten von Agrartreibstoff für das Klima sogar schädlicher als herkömmlicher Kraftstoff sein könnten. Dem britischen Gesetz, dass der Mineralöindustrie vorschreibt, ab 2010 den Kraftstoffen fünf Prozent Sprit aus pflanzlichen Quellen beizumischen, fehle das explizite Ziel, der CO2-Reduktion. Einige Treibstoffe, wie etwa das Palmöl aus Südostasien hätten aber u.a. aufgrund des mit ihm verbunden Raubbaus am Urwald das Potenzial höheren CO2-Ausstoßes als zum Beispiel Diesel. In Kombination mit dem unvollständigen Gesetz könnte also für das Klima eine negative Bilanz herauskommen.
Der Bericht spricht sich nicht grundsätzliche gegen Agrarkraftstoffe aus, sondern fordert ein Zertifizierungs-System, dass die CO2-Einsparungen sicherstellen soll. Auch die sozialen Bedingungen, unter denen der Kraftstoff gewonnen wird, sollten untersucht und per Gütesiegel ein Mindeststandard eingehalten werden. Ähnlich hatte sich auch Dimas geäußert.
Die Autoren verweisen zudem darauf, das Agrarkraftstoffe keine Patentlösung sind, die alle Emissionsprobleme beheben könnten. Ein nachhaltiges Verkehrssystem würde zusätzlich auch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Verbesserung der Motoreffizienz sowie Veränderung in der Siedlungsplanung erfordern, die die Bürger zum Gehen und Fahrradfahren ermuntert.
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