Neuer UN-Bericht prangert Schiffsverkehr als bedeutenden Umweltsünder an
Der internationale Schiffsverkehr belastet die Atmosphäre deutlich mehr als
bislang angenommen - die Schiffsmotoren jagen weltweit drei Mal soviel Kohlendioxid in die Luft, als frühere Kalküle errechneten. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer UN-Bericht, der dem Guardian zugespielt wurde.
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Neuere Berechnungen, die auf sehr viel besseren Daten der International Maritime Organisation beruhen, kommen nun auf 1, 12 Milliarden Tonnen CO2. Das macht etwa 4,5 Prozent des weltweiten Treibhausgasausstoßes aus.
Bisher schätzte der nobelpreisgekrönte Weltklimarat die Emissionen des Schiffverkehrs auf maximal 400 Millionen Tonnen.
Die Handelsschiffahrt rangiert jetzt vor dem Flugverkehr, was die CO2-Emissionen betrifft (hinter dem KFZ-Verkehr, Wohnen, Landwirtschaft und Insustrie). Laut den Zahlen der britischen Zeitung sollen Flugzeuge für 650 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich verantwortlich sein.
Pikant an der Berichtigung, die sicher manche aufhorchen lässt, ist, dass man den Schiffsverkehr in der EU bisher kaum als Treibhausgasverursacher herausstellte, sondern dessen Rolle eher klein redete. Was soweit ging, dass ihn die EU sowie andere Regierungen überhaupt nicht in den jeweiligen Plänen berücksichtigten, welche nationale Ziele für einen verringerten Kohlendioxidausstoß festlegten.
Umso freudiger dürften diese Regierungen auf die neuesten Zahlen reagieren, die sogar mit einer künftigen Steigerung der Luftverschmutzung durch Schiffsmotoren um 30Prozent bis zum Jahre 2020 rechnen.
Laut Zeitungsbericht beruhten frühere Kalküle vor allem auf der Menge des Treibstoffes (meist sehr schlechter Qualität), den Schiffsbesitzer kauften. Dagegen stützen sich die jüngsten Schätzungen auf genauere Angaben zur Größe der Schiffsmotoren und der Zeit, welche die Schiffe auf See verbrachten sowie die Menge des gekauften Treibstoffes.
Da der Kraftstoff der Schiffe oft aus den höchst bedenklichen, schwefelhaltigen Rückständen der Erdölraffinerien besteht, zeigt sich der UN-Bericht zudem äußerst besorgt über das große Ausmaß an Schwefel und Ruß, den die Motoren in die Luft jagen. Beides macht man für eine Reihe von Erkrankungen und Umweltschäden verantwortlich, so z.B. Lungenkrebs und sauren Regen.
Eine entsprechende Untersuchung soll jüngst festgestellt haben, dass der Schmutz aus Schiffsmotoren "direkt" zum Tod von 60.000 Menschen im Jahr geführt haben soll.
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