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Der Kannibalismus der Atomenergie

Atomenergie ist nach Ansicht eines US-Wissenschaftler weniger sauber, als viele Befürworter behaupten.

Eigentlich müsste die Produktion von Atomenergie von 2010 bis 2050 jährlich um 10 Prozent steigen, um die wachsende Nachfrage abzudecken und die Verwendung von fossiler Energie zu reduzieren. Wie Joshua Pearce von der Clarion University of Pennsylvania in einem Artikel im International Journal of Nuclear Governance, Economy and Ecology schreibt, müsste dazu die Atomenergie sehr viel effizienter produziert werden als bisher, wenn die Atomenergie nicht dem Kannibalismus verfallen will und die Herstellung neuer Atomanlagen nur die Energie verschlingt, die von den bestehenden erzeugt wird.

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Allein die Gewinnung und Verarbeitung von Uranerz koste so viel Energie, dass sie mit dem schnellen Bau von neuen Atomkraftwerken nicht zusätzlich produziert werden kann. Zudem werde das Wachstum begrenzt, weil zur Reduktion von Treibhausgasemissionen durch Uranerz mehr Energie aufgewendet werden muss, als thermodynamisch wieder gewonnen werden kann.

Überdies sagt Pearce würde Atomenergie eine Menge Wärme als Nebenprodukt erzeugen, die auch direkt die Erde erwärme. Das sei zwar relativ gering, aber wenn die Zahl der Atomkraftwerke stark zunehme, dann müsse man auch dies berücksichtigen.

Berücksichtigt man den gesamtem Lebenszyklus, dann sei Atomenergie keineswegs eine so saubere Energie, wie manche ihrer Befürworter behaupten. Vom Bau der Kraftwerke über den Abbau des Uranerzes, die Herstellung der Brennstäbe oder die Anreicherung bis hin zum Betrieb und vor allem auch zur Entsorgung des Mülls und der alten Kraftwerke werde viel Energie verbraucht, die zu den Treibhausgasemissionen einen Beitrag leisten. Wenn man stärker auf Atomenergie setze, dann müsse die Effizienz beträchtlich größer werden. Neben der Verbesserung der Technik schlägt Pearce vor, auch die Abwärme von Atomkraftwerken zu nutzen.

Florian Rötzer08.03.2008
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