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Energie & Klima News

Streit um kostenlose Energie-Check-Kampagne

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU sponsort die Kampagne „Haus sanieren – profitieren“.

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Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU sponsort die Kampagne „Haus sanieren – profitieren“. Sie startete schon in Niedersachen (2. April) und Bremen (4. April). Hamburg (23. April) und Nordrhein-Westfalen (3. Juni) werden die nächsten Bundesländer sein. Nach und nach soll so bundesweit ein kostenloser Energie-Check angeboten werden. Dazu wurden bisher 1800 Handwerker in Seminaren eingewiesen. Mit Broschüren ausgestattet sollen sie bei Hausbesitzern, insbesondere denen der 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland (von denen etwa zwölf Millionen vor 1984 gebaut und entsprechend energetisch mangelhaft sind) eine Erstberatung durchführen. Fritz Brickwedde von der DBU zur Idee dahinter:

„Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland sind etwa zwölf Millionen vor 1984 gebaut worden und zu großen Teilen sanierungsbedürftig. Es ist höchste Zeit, dass wir uns verstärkt um Gebäude im Bestand kümmern“. Eine Durchschnittsfamilie verbrauche 80 Prozent ihrer Energie im Haushalt fürs Heizen – bei weiter steigenden Kosten. „Privathäuser verbrauchen sogar noch mehr Energie als die Industrie hierzulande“, so Brickwedde. Mit zusätzlichen Dämmungen, neuen Fenstern oder einer modernen Heizungsanlage ließe sich das ändern so Brickwedde.

Kritik an der Kampagne kam vom Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klima NRW unter anderem wird unterstellt die Schulung beliebiger Handwerker habe nichts mit qualifizierter Energieberatung zu tun. Hinter der Argumentation steht sicher auch die Verteidigung eigener Pfründe. DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers beschwichtigt:

"Durch uns werden sie (die Hausbesitzer) von Handwerkern bei Routinebesuchen überhaupt erst motiviert zu handeln.“

Über die kostenlose Erstansprache soll die erste Hürde auf dem Weg zu einer energetischen Immobiliensanierung übersprungen werden. Der DBU gehe es nicht darum, durch den Energie-Check ausführlich zu beraten und damit qualifizierten Energieberatern Konkurrenz zu machen. Dass die Handwerker es jedoch bei einer neutralen Beratung belassen werden ist unwahrscheinlich. Viel eher steht zu erwarten, dass sie Maßnahmen tendenziell in dem Gewerk, in dem sie selbst tätig sind, vorschlagen werden. Nicht ohne Grund verlangt deshalb das Bundesamt BAFA, Träger der "Vor-Ort-Energiesparberatung" von seinen Energieberatern Neutralität und verbietet die Annahme von Bauaufträgen im Zusammenhang mit der Energieberatung.

Die DBU macht aber auch keinen Hehl daraus, dass ihre Kampagne in erster Linie auch Wirtschaftsförderung sein soll. Bundesweit will die DBU dann mit mindestens 20.000 Handwerksbetrieben zusammenarbeiten. Es sollen Investitionen in Höhe von mindestens einer Milliarde Euro angestoßen werden. Letzendlich kommt es also auch hier auf mündige Kunden an, welche die Sanierungstips hinterfragen und nur als erste Hinweise verstehen.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/105943
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