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Thermostat der Erde aus dem Gleichgewicht

Ein selbstregulierenden Mechanismus hat den CO2-Gehalt in der Atmosphäre 600.000 Jahre lang nur gering schwanken lassen.

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Nach einer in Nature Geoscience online erschienenen Studie hat ein globaler Thermostat während der letzten 610.000 Jahre dafür gesorgt, dass die CO2-Werte in der Atmosphäre trotz erheblicher Schwankungen begrenzt und stabil gehalten wurden. Richard Zeebe von der University of Hawaii und Ken Caldeira von der Carnegie Institution haben für ihre Studie die in Eisbohrkernen aus der Antarktis aufgezeichneten CO2-Werte der Atmosphäre und Daten über die CO2-Sättigung der Tiefsee während der letzten Eiszeitzyklen ausgewertet.

Nach den Berechnungen haben die CO2-Rückkopplungsmechanismen während der letzten 600.000 den CO2-Gehalt in der Atmosphäre um nie mehr als 22 ppm geschwankt. So wurde die Abgabe von CO2 an die Atmosphäre vor allem durch Vulkanausbrüche normalerweise durch die Verwitterung von Kalk- und Silikatgestein kompensiert. Wenn der CO2-Gehalt in der Atmosphäre zugenommen hat, hat sich auch die Verwitterung verstärkt, durch die wieder CO2 gebunden wurde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, nun erstmals mit Zahlen den bislang hypothetisch angenommenen selbstregulierenden Regelmechanismus zwischen CO2-Gehalt in der Atmosphäre und Verwitterung an der Erdoberfläche über lange Zeit nachgewiesen zu haben.

Mit dieser Selbstregulierung habe sich das Klima im Gleichgewicht gehalten und zu starke Warm- und Kaltperioden vermieden. "Bevor von Menschen verursachte Emissionen zur Gleichung hinzukamen", sagt Zeebe, "war das System gut ausbalanciert. Aber dies hat sich geändert. Die durchschnittliche, von Menschen verursachte Zunahme des CO2-Gehalts durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe und durch Entwaldung war während der letzten 200 Jahre 14.000 Mal schneller als der langfristige durchschnittliche Wandel während der letzten 610.000 Jahre." Nach Ansicht der Wissenschaftler sind die natürlichen selbstregulierenden Steuermechanismen, die CO2 aus der Atmosphäre entfernen, für die schnelle Freisetzung von Treibhausgasen durch den Menschen einfach zu langsam.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/107148
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