International Energy Agency: Nachschub an Rohöl fällt sehr viel geringer aus als erwartet
Jetzt hat die Angst vor Peak-Oil offensichtlich auch die International Energy Agency (IEA) erfasst. Die Agentur steckt mitten in einer groß angelegten Studie, dem „World Energy Outlook 2008“, der u.a. den Zustand der 400 größten Ölfelder der Welt untersuchen will, und eigentlich sind Ergebnisse erst für November dieses Jahres zur Veröffentlichung vorgesehen. Doch werden schon jetzt Grundtendenzen des Berichts an die Öffentlichkeit gebracht, die deutlich pessimistisch stimmen, was die künftige Ölförderung betrifft. Wie das Wall Street Journal berichtet, ist den 25 Analysten der IEA jetzt schon klar: Der künftige Nachschub an Rohöl fällt sehr viel geringer aus als erwartet.
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Genaue Zahlen nennt der WSJ-Bericht nicht und für jene, die solchen Voraussagen misstrauen, bietet er auch Material: Denn viele der Ölfelder (samt technischem Stand der Förderanlagen) können gar nicht genau untersucht werden, weil, wie es heißt, Länder wie Venezuela, Iran und China, „nicht kooperieren“ würden und sich wichtige Ölföderstaaten wie Saudi-Arabien natürlich davor hüten, derartige Informationen preiszugeben. So unterliegen die Computersimulationen der IEA, welche die Versorgung mit Öl und Gas bis 2030 durchspielen, Schätzungen und Hochrechnungen von Angaben, die man von anderer Seite erhält.
„Wir sind an der Schwelle zu einer neuen Weltenergieordnung“, bestätigte unterdessen der „Chief Economist“ der IEA, Fatih Birol, gegenüber CNN. Als essentielle Veränderung stellte er eine Art Machtablösung heraus: Während bislang die internationalen Öl-Multis große Mengen von Rohöl auf den Markt brachten, würden diese Rolle künftig mehr und mehr nationale Öl-Konzerne übernehmen, unter ganz eigenen Bedingungen:
„Up to now, we have seen that the international oil companies were responsible for bringing a big chunk of the oil to the markets. Now, in many cases, since existing reserves are declining, a big part of oil will need to come from national oil companies. And they have their own conditions, their own context."
Experten, die vom Wall Street Journal und CNN zitiert werden, befürchten nun, dass die Einschätzung der IEA die Preise noch höher treiben könnte.
Schon im Juli letzten Jahres hatte die IEA in ihrem „Medium-Term Oil Market Report“, der grundlegende Trends bis 2012 hochrechnete, „sinkendes Angebot und weiter steigende Preise für Öl“ vorausgesagt.
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