e
Energie & Klima News

George Soros warnt vor Rohstoffspekulation

Fonds wetten mit Milliarden in den Rohstoff-Indizes auf weiteren Preisanstieg.

  • drucken
  • versenden

George Soros, Multimilliardär, Prototyp des Spekulanten und bei vielen in Südostasien noch immer wegen seiner Rolle beim Ausbruch der Asienkrise im Sommer 1997 verhasst, hat vor einer "Super-Blase" an den Rohstoffmärkten gewarnt. Was den Ölmarkt angeht sieht er eine Spekulationsblase auf einen aufwärtsgerichteten Trend aufgesetzt, der allerdings starke Fundamente hat. Soll heißen, für den Ölpreisanstieg gibt es in der Realwirtschaft sehr gute Gründe, aber auf diese Entwicklung gibt es derzeit sozusagen einen Spekulationsaufschlag. Soros machte seine Äußerungen vor einem Ausschuss des US-Senats.

Während er für den Ölmarkt keine unmittelbare Gefahr eines Zusammenbruchs sieht, hält er die Situation an den Rohstoffmärkten insgesamt für besorgniserregend. Wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen würden, sei ein Crash wie der von 1987 wahrscheinlich. Dessen Auswirkungen auf die reale Wirtschaft blieben seinerzeit allerdings sehr beschränkt, wovon derzeit aufgrund der schlechten Lage in den USA und einigen anderen Ländern nicht unbedingt ausgegangen werden kann.

Soros schlägt vor, dass der Gesetzgeber den Handel mit Rohstoff-Indizes erschwert, weil durch ihn die gegenwärtige Blase aufgebläht werde. Unter anderem sollten Pensionsfonds ganz vom Handel mit Rohstoffen ausgeschlossen werden.

Bei der Investment Bank Lehman Brothers schätzt man, dass die von Fonds verwalteten Vermögen in den Rohstoffmärkten von 70 Milliarden US-Dollar im Jahre 2006 auf 235 Milliarden US-Dollar Mitte April 2008 zugenommen haben. Von dem Zuwachs von 169 Milliarden US-Dollar entfielen 90 Milliarden auf den Zufluss zusätzlichen Kapitals und 75 Milliarden US-Dollar auf den Wertzuwachs der ursprünglichen Anlagen.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/109259
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS