Aufruf der Wissenschaftler
G-8-Staaten zum Handeln gedrängt, Forderungen bleiben jedoch morderat.
Im Vorfeld des G-8-Gipfels, der nächsten Monat auf der japanischen Insel Hokkaido tagt, haben die wissenschaftlichen Akademien der G-8-Staaten (Italien, Kanada, USA, Frankreich, Großbritannien, Japan, Deutschland und Russland) sowie China, Indiens, Südafrikas, Brasiliens und Mexikos einen erneuten Appell für rasches Handeln zum Schutz des Klimas veröffentlicht. Unter anderem wird daran erinnert, dass die G-8-Staaten bereits vor einem Jahr auf ihrem Gipfel im deutschen Ostseebad Heiligendamm darin übereingestimmt hätten, die globalen Treibhausgasemissionen bis 2050 zu halbieren.
Nebenbei bemerkt: Einige Journalisten machen daraus immer wieder, dass die Staaten bis 2050 ihre Emissionen halbieren wollen. Das wäre allerdings etwas ganz anderes, denn weil die meisten Emissionen aus den Industriestaaten kommen, wären damit die globalen Emissionen noch lange nicht halbiert. In den Industriestaaten müssen die Emissionen um 80 bis 90 Prozent reduziert werden, in China zum Beispiel um 60 Prozent, während Indien seinen Treibhausgasausstoß sogar noch weiter ausdehnen könnte.
Insgesamt kommt die Erklärung der Akademien eher zahnlos daher. Eine "Low Carbon Society" müsse angestrebt werden. Der Weg dahin bestehe vor allem in Kohlendioxid-Abscheidung und -Einlagerung (CCS, Carbon Storage and Capture), Kernenergie, Wasserkraft und Solarenergie. Windkraft wird mit keinem Wort erwähnt, von der Begrenztheit der Uranvorräte scheint man auch noch nichts gehört zu haben.
Die Regierungen der "G-8-Plus-5-Staaten" werden aufgefordert, bis 2009 einen Zeitplan für den koordinierten Bau und die Finanzierung von CCS-Demonstrationskraftwerken aufzustellen. Außerdem sollen sie Forschung- und Technologietransfer für den Übergang zu einer emissionsarmen Gesellschaft und insbesondere auch für die Anpassung an den Klimawandel verstärkt fördern.
Darstellungsbreite ändern
Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.
