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Der letzte Halm

Ugandas Bauern spüren schon heute den Klimawandel.

Klima ist eine komplexe Geschichte und die sozialen Konsequenzen des Klimawandels nicht minder. Für einfache Gemüter, vor allem solche der saturierten Art, ist das gelegentlich Grund genug, sich wohlgefällig zurückzulegen: Man könne ja sowieso nichts tun. Die Anstrengung des Verstehens spart man sich lieber.

Ob sich die Besagten diesen Luxus leisten können, sei dahin gestellt. John Magrath berichtet in seinem Blog für die britische Hilfsorganisation Oxfam von Menschen, die definitiv nicht in dieser komfortablen Lage sind.

Ugandas Klima verändere sich, schreibt Magrath. Auf die einst regelmäßige Regenzeit von März bis Juni sei nicht mehr unbedingt Verlass. "Die landwirtschaftliche Erzeugung nimmt mehr und mehr ab, da die Zahl extremer Wetterereignisse zunimmt, besonders die der Dürren", zitiert Magrath Paul Isabirye, Chef-Meteorologe in der Meteorologie-Abteilung im Büro des Ministerpräsidenten. "Die Schwankungen des Niederschlags nehmen zu und die Verteilung ist oft schlecht, sodass es immer schwieriger wird, mit dem jahreszeitlichen Regen zu planen."

Die Folge für die Bauern ist bittere Armut, doch wie der Klimawandel selbst,ist diese Armut von menschgemachten Umständen abhängig. Besserer Marktzugang und höhere Preise für die Bauern könnte deren Verelendun verhindern. Schwere Unwetter hätten auch deshalb so katastrophale Folgen, weil zuvor Feuchtgebiete für die Landwirtschaft trocken gelegt wurden, und es nun an Überschwemmungsflächen mangelt. Entwaldung spiele ebenfalls eine Rolle.

Ugandas Bauern sind, so schreibt Magrath, wie viele Menschen in den Entwicklungsländer besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels, zu dem sie selbst weniger als alle anderen beigetragen haben. Der Klimawandel mache viele ohnehin existierende Probleme wie Entwaldung, prekäre Landwirtschaft, Abnahme der Fischbestände, Zerstörung der Böden, nur noch schlimmer. Für einen Teil der Bauern des ostafrikanischen Landes sei der Klimawandel daher der sprichwörtliche letzte Grashalm, der dem Kamel das Genick bricht.

Wolfgang Pomrehn15.06.2008
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Kommentare lesen (59 Beiträge)
LOL
Ausnahmsweise
Die Voraussagen für die Arktis waren zu optimistisch, ja

 
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