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Nehmen Wüsten so viel CO2 auf wie Regenwälder?

Wissenschaftler haben entdeckt, dass ausgerechnet Wüsten große CO2-Senken sein könnten.

Bislang galten Wälder oder das Plankton als große CO2-Senken. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass selbst Wüsten ihren Teil dazu beitragen, CO2 aus der Atmosphäre aufzunehmen. Li Yan von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften hat bereits 2005 entdeckt, dass die Gubantonggut-Wüste in der Nacht große Mengen an CO2 in einer anorganischen Form aufnimmt, berichtet Science. Um auszuschließen, dass Pflanzen, Bakterien, Moos oder Flechten die Ursache sind, sterilisierte Li einige Kilogramm des Wüstensands. Danach nahm er aber wieder dieselbe Menge an CO2 auf.

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Eine ähnliche Beobachtung wurde von Wissenschaftlern des Desert Research Institute in der Mojave-Wüste in Nevada gemacht. Sie saugt mit 100 Gramm pro Quadratmeter die gleiche Menge an CO2 auf wie mancher Regenwald.

Messstation in der Mojave-Wüste. Bild: Desert Research Institute
Messstation in der Mojave-Wüste. Bild: Desert Research Institute

Da Wüsten und sehr trockene Gebiete um die 35 Prozent der Erdoberfläche einnehmen, könnte deren Effekt als CO2-Senken enorm sein. Stimmt das Ergebnis aus der Mojave-Wüste und ist es verallgemeinerbar, dann würde Wüsten über 5 Milliarden Tonnen CO2 jährlich von der Atmosphäre aufnehmen, etwa die Hälfte der Emissionen, die von Menschen verursacht werden.

Da mehr CO2 von der Erde aufgenommen wird, als die Wissenschaft es sich bislang erklären konnte, könnten Wüsten das fehlende Glied sein. Bislang gibt es allerdings nur Vermutngen darüber, wie der Wüstenboden CO2 absorbiert, alkalische Böden dürften dabei eine Rolle spielen, welche Bedeutung die Vegetation hat ist nach Lis Ergebnis unklar. Andere Wissenschaftler sind allerdings skeptisch. So sagt Jayne Belnap vom U.S. Geological Survey, dass sie in der Wüste in Süd-Utah keine CO2-Aufnahme beobachten konnten. Georg Wohlfahrt von der Universität Innsbruck, der zusammen mit den US-Kollegen den CO2-Austausch zwischen dem Boden der Mojave-Wüste und der Atmosphäre untersucht hat, hält es für möglich, dass eine Ursache der in vielen Wüsten zu beobachtende Anstieg der Niederschläge sein könnte, die zu mehr Vegetation im Boden führen, die wiederum mehr CO2 aufnehmen kann.

Florian Rötzer13.06.2008
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