G8-Gipfel ohne Vereinbarung über Klimaziele
Der japanische Premierminister muss nach Blockade der USA die hochgeschraubten Erwartungen dämpfen.
Auf dem G8-Gipfel, der Anfang Juli in Japan stattfindet, wird, zumindest was die Klimapolitik betrifft, nichts beschlossen werden, schraubte Premierminister Yasuo Fukuda im Vorfeld schon einmal die Erwartungen herunter. Japans Regierung hatte zuvor gesagt, dass man sich auf dem Gipfel über die Rahmenbedingungen für das geplante Post-Kyoto-Abkommen einigen werde. Auf dem letzten G8-Gipfel in Heiligendamm hatte man eine Absenkung der Emissionen um 50 Prozent bis 2050 ins Visier genommen.
Doch vor wenigen Tagen hatte bereits der US-Botschafter Thomas Schieffer in Japan angemerkt, dass man zu keiner Einigung kommen werde, solange nicht China und Indien sowie andere wichtige Schwellenländer zur Festlegung verbindlicher Klimaziele mit an Bord nehme. Schieffer machte deutlich, dass wohl nicht einmal eine Übereinkunft der G8-Staaten zustande kommen werde. Das hat wohl nun auch Yasuo Fukuda verstanden und erklärt, dass der G8-Gipfel nicht das geeignete Forum sei, um verbindliche Klimaziele festzulegen. Es werde vielleicht eine gemeinsame "Botschaft" zur Klimapolitik geben.
Auch in Japan sind die CO2-Emissionen gestiegen. Bis 2012 sollte das Land allerdings nach dem Kyoto-Abkommen die Emissionen 6 Prozent unter dem Stand von 1990 gesenkt haben. Bis 2020 will man 14 Prozent weniger Emissionen als jetzt ausstoßen, bis 2050 gar 80 Prozent weniger, hatte der Premierminister vor kurzem gesagt.
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