Umfrage: Mehrheit für Verlängerung der Laufzeiten von AKWs
Die Haltung der Deutschen zur Atomenergie verändert sich aufgrund der steigenden Energiepreise.
Atomenergie wird vor den nächsten Wahlen zum neuen Erregerthema. Während um Deutschland herum die Atomenergie im Kontext der Energiesicherheit, der Energiepreise und der Reduktion der CO2-Emissionen von vielen Regierungen als Großtechnik favorisiert wird, ist man hierzulande noch an den mühsam ausgehandelten Ausstieg aus der Atomenergie gebunden und damit ziemlich isoliert.
Doch die Gegner der Atomenergie, die auf die Entwicklung und den Ausbau rrneuerbare Energien setzen und den deutschen Vorsprung weiter ausbauen wollen oder die vor den Risiken der Atomtechnik zumal im Zeitalter des Terrorismus warnen, verlieren an Rückhalt. Die Meinung der Deutschen scheint angesichts der steigenden Energiepreise umzuschwenken, auch wenn es keine wirkliche Aussicht gibt, dass mit dem Weiterlaufen der alten Kraftwerke oder auch mit dem Bau von neuen Strom billiger werden könnte. Tatsächlich wird gegen die dezentralen erneuerbaren Energien die Macht der großen Konzerne gestärkt.
Nach einer jüngst veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage ist die Zustimmung zur Atomenergie fast in der ganzen EU gewachsen, in Deutschland seit 2005 um 8 Prozent auf jetzt 46 Prozent. In der noch laufenden Telepolis-Umfrage, die natürlich keineswegs repräsentativ ist, sprechen sich 49 Prozent für den Ausstieg aus, während 35 Prozent für den Weiterbetrieb der alten und den Bau von neuen AKWs sind.
Nach dem Politbarometer spricht sich gar mit 54 Prozent eine Mehrheit der Deutschen für einen Ausstieg aus dem Ausstieg aus, 40 Prozent halten weiter an dem Beschluss fest und wollen damit auf Atomenergie verzichten. Im Dezember 2007 lehnten noch 53 Prozent eine Verlängerung der Laufzeit ab. Daraus lässt sich noch nicht ableiten, dass mittlerweile auch eine Mehrheit für den Bau neuer Atomkraftwerke wäre, wohl aber, dass die prinzipielle Ablehnung abnimmt. Allerdings ist dies auch eine Folge der parteipolitischen Orientierung: "Während rund drei Viertel der Anhänger von Union und FDP für längere Laufzeiten plädieren, sind die Anhänger der SPD in dieser Frage inzwischen gespalten und nur die Anhänger der Linke und besonders die der Grünen stehen mehrheitlich zum Ausstieg 2021."
Panik scheinen die Deutschen einmal wieder vor der Zukunft zu haben. Fast alle sehen in den steigenden Energiepreisen ein "großes Problem", 84 Prozent auch eine "Gefährdung unseres Wohlstands": 41 Prozent gehen davon aus, dass die eigene Lage in einem Jahr schlechter sein wird, dass sie besser sein könnte, nehmen nur 15 Prozent an.
Gefragt wurde, wie denn Autofahrer auf die gestiegenen Spritpreise reagieren. Das Auto abzuschaffen, haben nur 8 Prozent angegeben. Ein Fünftel will nichts ändern, 14 Prozent wollen lieber anderswo sparen. Die meisten sagen, sie würden weniger oder benzinsparender fahren.
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