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Energie & Klima News

Pannen in französischen Atomanlagen

Die Franzosen setzen trotz Pannenserien und Fahrlässigkeit auf die Atomenergie.

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Frankreich will zu einem der wichtigsten Global Player für Nukleartechnik werden. Das erwartete Geschäft vermiesen nicht nur Pannen beim Bau der neuen EPR-Reaktoren, jetzt treten auch gehäuft Störfälle aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen in den französischen Atomanlagen ein.

10 Tage nach dem Unfall in Tricastin, durch den uranhaltige Flüssigkeit in die umgebenden Flüsse geraten ist und die Betreiber der Anlage, ein Tochterunternehmen von Areva, zu spät die Behörden gewarnt hat, ist erneut Uran durch ein offenbar seit Jahren undichtes Kanalisationsrohr in der Brennstäbefabrik FBFC in Romans-sur-Isère ausgetreten. Das Leck wurde nur zufällig entdeckt. Unklar ist, wie viel zu 50 Prozent angereichertes Uran ausgetreten ist. Areva spricht von 250 Gram, die Atomaufsichtsbehörde ASN vermutet 700-800 Gramm, erklärt aber, dass die Folgen für die Umwelt "extrem schwach" seien.

Umweltminister Jean-Louis Borloo verlangt zwar mehr Transparenz und Kontrolle der Betreiber, wies aber auch darauf hin, dass die Zal der Störfälle der Stufe 1 (der geringsten) 2007 um 30 Prozent geringer war als 2006. Kritiker monieren allerdings, dass die Zahl der Störfälle seit 2007 zugenommen habe.

Auf dem Gelände der Atomanlage Tricastin befinden sich nach der Commission de recherche et d'information indépendantes sur la radioactivité (Criirad) seit über 30 Jahren 770 Tonnen radioaktives Material. Das französische "Zwischenlager" für Atommüll, das angeblich vom Militär stammt, wurde einfach mit Erde bedeckt. Criirad berichtete erst am 9. Juli von großen Mengen Atommüll, die man aufgrund der Messung von erhöhten Strahlenwerten entdeckt habe. Nach einer Recherche stieß man bei der Agence nationale des déchets radioactifs (ANDRA) auf einen Hinweis, wo der Atommüll aber auch 2002 zum ersten Mal erwähnt wurde. Ein Sprecher sagte, das sei alles seit 1997 bekannt. Es handle sich um keine wilde Deponie, sondern um identifizierbare Lager. Corinne Castanier von Criirad erklärte, dass nach dem Bericht von 1997 offnbar ein Drittel des Urans in die Umwelt gelangt sein,

Nach einer Umfrage im Auftrag von Le Monde lassen die Pannen die Franzosen relativ kalt. Die Hälfte sagt, die Risiken der Klimaerwärmung sei Besorgnis erregender als die der Atomkraft. 67 Prozent sagen, dass im Energiemix der Zukunft die Atomenergie eine wichtige Rolle spielen werde, 2002 waren es erst 52 Prozent. Den französischen Behörden vertrauen allerdings immer weniger. 70 Prozent sagen, sie würden nicht ausreichend informiert. 68 Prozent misstrauen dem Energiekonzern Areva.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/113041
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