Panik auf dem Solar-Markt
Chinesischer Hersteller verlangsamt Wachstum und schon Purzeln die Kurse ins Bodenlose.
Langsam erreicht die Finanzmarktkrise, wie berichtet die Realwirtschaft und sollte deshalb vielleicht endlich einen Namen bekommen. Wie wäre es mit amerikanischer Krise oder Whisky-Krise?
Wie dem auch sei, diese Krise beginnt auch die Branchen der erneuerbaren Energieträger zu verunsichern. Obwohl es eigentlich nicht an Appellen fehlt, die gerade in der Krise auf den verstärkten Ausbau der neuen Energieträger und auf mehr Klimaschutz setzen. Diese könnten sich, so die Argumentation, als Jobmotoren erweisen und somit der Rezession entgegen wirken.
Vielleicht fehlt es ja diesbezüglich an klaren Vorgaben seitens der Regierungen. In Deutschland scheint man jedenfalls fürs erste lieber neue Geländewagen und andere Spritschleudern fördern zu wollen, frei nach dem Motto: "Wir halten am Altbewährten fest und füttern die Dinosaurier."
Jedenfalls macht sich bei einigen in der Branche ein wenig Panik breit. Der chinesische Solarzellenhersteller JA Solar Holdings kündigte am Mittwoch an, das seine Verkäufe weniger stark wachsen würden.
2008, so die Vorhersage würden die Einnahmen zwischen 850 und knapp 880 Millionen US-Dollar liegen, also rund 150 Millionen USD niedriger, als bisher erwartet. 2009 wären es dann "nur" noch 1,5 bis 1,7 Milliarden USD, statt der bisher erwarteten 2 bis 2,2 Milliarden USD.
Es geht also lediglich um eine Verlangsamung des Wachstums. Dennoch verloren die Aktien des Unternehmens nach der Ankündigung weitere 30 Prozent an Wert. Insgesamt hat das Unternehmen seit September bereits 90 Prozent an Börsenwert verloren.
Zu Schaffen machen den Chinesen, deren Hauptabnehmer in Deutschland und Spanien sitzen, nicht zuletzt die Währungsturbulenzen. Der chinesische Yuan ist ziemlich fest an den Dollar angelehnt, weshalb die jüngste Abwertung des Euro gegenüber der US-Währung auch die chinesischen Exporte nach Euro-Land verteuert.
Zusätzlich zu schaffen macht dem Solarunternehmen, dass es 100 Millionen USD abschreiben muss, die in einem Geschäft mit Lehman Brothers investiert worden waren. Darüberhinaus wurden mehrere Dutzend Millionen USD in Aktien- und Derivatengeschäften in den Sasnd gesetzt. Offenbar hat man bei JA nicht ganz so ein glückliches Händchen wie bei Porsche.
Ohne diese Abschreibungen hätte das Unternehmen einen Gewinn von 25 US-Cent pro Aktie gemacht, was bei einem aktuellen Wert von 2,27 USD immer noch ganz ordentlich ist und eigentlich viel über die Verrücktheiten des aktuellen Börsengeschehens aussagt. Offensichtlich ist JA ein Beispiel dafür, dass einige Unternehmen Schwierigkeiten haben, dass schnelle Wachstum der Branche zu verkraften.
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