e
Energie & Klima News

Internationale Umfrage: Mehrzahl der Menschen befürwortet Reduktion der CO2-Emissionen

Selbst in den Schwellenländern würden die Menschen ihre Regierungen zum Handeln drängen.

  • drucken
  • versenden

77 Prozent der Menschen, die in einer internationalen Umfrage befragt wurden, geben an, dass sie von ihren Regierungen wünschen, die CO2-Emissionen mindestens zu einem angemessenen Teil zu kürzen, um Entwicklungsländern die Möglichkeit zum Wirtschaftswachstum zu geben. Und für 43 Prozent steht die Sorge vor der Klimaerwärmung höher als die vor der Weltwirtschaft.

In Auftrag gegeben hat die Umfrage die HSBC Climate Partnership, eine Allianz der britischen Bank mit dem WWF, der Climate Group, dem Earthwatch Institute und dem Smithsonian Tropical Research Institute. Im September und Oktober wurden in 12 Ländern jeweils 1.000 Personen online befragt: Australia, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Kanada, Indien, Malaysia, Mexiko und die USA.

Die Allianz interpretiert das Ergebnis der Umfrage natürlich in ihrem Sinne, nämlich dass auch die Finanz- und Wirtschaftskrise nichts an dem "Enthusiasmus" geändert habe, dass die Regierungen die CO2-Emissionen reduzieren sollen. Die Menschen würden verlangen, dass die Regierungen nicht weiter um Klimaziele streiten, sondern handeln. Um dem nachruck zu verleihen, wurden die Ergebnisse der Umfrage auch kurz vor dem Start der UN-Klimakonferenz in Poznan veröffentlicht.

Selbst in den Schwellenländern würden die Menschen ihre Regierungen zum Handeln drängen. 62 Prozent der befragten Chinesen sind für eine ebenso hoch wie in anderen Ländern geschehende Reduktion von CO2-Emissionen nach, in Mexiko und Brasilien sagen ebenso wie in den Industrieländern 80 Prozent, dass die CO2-Emissionen nach ihrem "fairen Beitrag zu den globalen Zielen" gesenkt werden sollen. Nur vier Prozent in den Schwellenländern sind der Meinung, dass die CO2-Emissionen steigen sollen, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. In den USA meinen immerhin 72 Prozent, dass ihr Land die Emissionen so weit zurückfahren sollte, wie dies die anderen machen. 55 Prozent aller Befragten sprechen sich für höhere Investitionen in erneuerbare Energien aus, nur 27 Prozent für internationale Verhandlungen über Klimaziele.

Allerdings muss man die Ergebnisse vorsichtig nehmen. Allgemein ist sicherlich ein großer Teil der Menschen für Senkungen des Ausstoßes von Treibhausgasen, um die Klimaerwärmung zu bekämpfen. Wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, wächst freilic die Zurückhaltung, was auch in dieser Umfrage der Fall ist. Die Fragen, ob sie mehr Geld für den Klimaschutz ausgeben oder dafür ihren Lebensstil ändern würden, beantworten 29 Prozent bzw. 19 Prozent weniger als vor einem Jahr zustimmend.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/119471
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS