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Energie & Klima News

Anzeichen für Rückkopplung

Arktisforscher stoßen auf unerwartet große Quellen von Treibhausgasen.

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Ein internationales Wissenschaftler Team hat in den Gewässern vor der sibirischen Küste bei mehr als 1000 Messungen erhöhte Methankonzentrationen festgestellt, berichtet die Internet Plattform Science Daily. Die Ergebnisse wurden auf einer Messfahrt im Sommer 2008 erzielt. Methanblasen seien aus Kaminen am Meeresgrund aufgestiegen, berichtet das Portal mit Berufung auf die beteiligten Wissenschaftler.

Der Leiter der Studie, Igor Semiletov, vom International Arctic Research Center an der Universität von Alaska in Fairbanks, meint gegenüber Science Daily: "Die Konzentration von Methan war die höchste, die je im sommerlichen Arktischen Ozean gemessen wurde. Wir haben Wolken von Methanblasen über dem mit Methan gefüllten Sediment und über den Kaminen gefunden, die durch das Sediment führen."

Methan gehört zu den Treibhausgasen, das heißt, seine Moleküle können in der Atmosphäre die infrarote Wärmeabstrahlung anderer Gase oder des Erdbodens absorbiere. Ein Methanmolekül macht das je nach Berechnungsweise etwa 20 bis 25mal so effektiv wie ein CO2-Molekül. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist allerdings wesentlich höher als die von Methan. Auch wird wesentlich mehr CO2 als Methan emittiert.

Die neuen Daten, so die Autoren des Nachrichtenbeitrags, wären ein Anzeichen dafür, dass der Permafrost unter dem Meeresboden tauen würde. Die arktischen Gewässer vor Sibirien sind sehr flach und erstrecken sich über 1000 Kilometer in den Ozean hinein. Während der letzten Eiszeit war der Meeresspiegel um mehr als mehr als 120 Meter tiefer. Ein großer Teil des Schelfs war also nicht unter Wasser, sondern Teil der Mammutsteppe, die weite Teile Eurasiens bedeckte.

Über die Jahrzehntausende wurden in diesem Boden große Mengen an organischen Material in Form von Gräsern, Graswurzeln und Tierkadavern gespeichert, die mit Schichten feinen Löss überlagert und vom Frost konserviert erhalten wurden. Auch heute ist dieser Boden – inzwischen überflutet – noch gefroren, und zwar meist mehrere 100 Meter tief. Allerdings ist er durch das Meerwasser isoliert und daher deutlich wärmer, also auch empfindlicher gegenüber Erwärmung.

Methan kann auf zweierlei Weise freigesetzt werden: Zum einen indem Teile des Permafrosts auftauen und das darin enthaltene organische Material zersetzt wird. Unter Luftabschluss entstünde dabei Methan. Zum andern, indem sich Gashydrate destabilisieren. Bei denen handelt es sich um Eiskristalle, die unter hohem Druck und bei niedrigen Temperaturen Methanmoleküle einschließen.

Die Nachrichten über die Methanmessungen sind vor dem Hintergrund einer sich erwärmenden Arktis und einem fortschreitenden Rückzug des Meereises in den Sommermonaten besonders erschreckend.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/120690
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