US-Windboom hält an
Die USA haben Deutschland gerade als Windland Nummer eins überholt, doch auch hierzulande sehen Branchenvertreter noch ein großes Entwicklungspotenzial
2008 ist für die USA nicht nur ein historisches Wahljahr gewesen, sondern auch ein Jahr der Windenergie. Im dritten Jahr in Folge setzte sich der dortige Boom der Branche fort, und zum Jahresende holen die USA Deutschland als Nummer eins in Sachen installierter Leistung ein. Bereits im Sommer war die 20.000-Megawatt-Grenze überschritten worden, was einer Verdoppelung innerhalb von nur zwei Jahren entsprach, berichtet der US-amerikanische Windenergieverband AWEA. Ende September seien es bereits 21.000 MW gewesen, und da das Wachstum auch in den Folgemonaten angehalten hat, geht man davon aus inzwischen Deutschland überholt zu haben. Hierzulande rechnet der Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie (BWE) Ralf Bischof damit, dass Ende Dezember 23.500 MW installiert sein werden.
Was die Stromproduktion angeht, sind die Vereinigten Staaten schon etwas länger führend, da im Durchschnitt die dortigen Standorte besser sowie die eingesetzten Anlagen jünger und daher moderner sind. Mit den 21.000 MW Leistung, die im September erreicht wurden, hofft man im kommenden Jahr 60 Milliarden Kilowattstunden produzieren zu können. Ralf Bischof geht dagegen davon aus, dass in Deutschland nächstes Jahr "nur" 46,5 Milliarden Kilowattstunden ins Netz eingespeist werden, was aber immerhin schon rund acht Prozent des Bruttostromverbrauchs ausmachen würde. Bischof sieht allerdings auch in Deutschland noch ein großes Ausbaupotenzial: Statt der prognostizierten 36.000 MW Leistung seien in Deutschland 45.000 MW an Land möglich. Hinzu kämen dann noch die Windparks auf See, deren Aufbau sich aber immer wieder verzögert.
Grundlage der optimistische Einschätzung des BWE ist die Entwicklung in der Anlagentechnik und das Potenzial, das im Ersatz alter durch moderne Anliegen liegt, dem so genannte Repowering. Größere und höhere Anlagen können den Ertrag erheblich steigern. Ein Meter Nabenhöhe mehr bringe einen Zuwachs von ein Prozent an Energie, so Bischof. Außerdem gelte die Faustformel für die Modernisierung von Windparks, dass mit deutlich weniger aber höheren Anlagen die Leistung verdoppelt und der Ertrag gar verdreifacht werden könne.
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