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Energie & Klima News

Dänemark setzt auf Kraft-Wärme-Kopplung

Statt Rückkehr zu Atomkraft sollten auch die osteuropäischen Länder diversifizieren und die regenerativen Energien fördern.

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Der dänische Ministerpräsident Rasmussen bezeichnete die Abhängigkeit von russischem Erdgas als einen "Transfer von Wohlstand". Die europäischen Länder sollten sich deshalb besser vernetzen. Unter anderem machte er den Vorschlag, eine Pipeline von Dänemark an die polnische Ostseeküste zu legen, damit das Land skandinavisches Gas beziehen könne - nicht ganz uneigennützig, denn Dänemark ist selber Erdgasexporteur. Allerdings nur voraussichtlich bis 2019, dann muss die Infrastruktur zur regenerativen Energiegewinnung (Dänemark ist Windkraftvorreiter in Europa) und effizienter Nutzung stehen.

Mitte der 80er Jahre sprachen sich die Dänen in einer Volksbefragung gegen die Einführung der Atomkraft aus, statt dessen wurden landesweit konsequent die Nahwärmenetze ausgebaut, damit die Wärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, genutzt werden kann. Dänemark hat mit dem Kraftwerk Avedöre bei Kopenhagen eines der modernsten KWK-Kraftwerke der Welt. Es kann mit Öl, Gas, Kohle, Pellets und Stroh beheizt werden und hat einen Wirkungsgrad (Strom + Wärme) von 93%. Avedöre versorgt 200.000 Wohnungen mit Wärme und 1.3 Millionen mit Strom, das entspricht der gesamten Bevölkerung von Kopenhagen.

Die osteuropäischen Länder verharren dagegen weiter in einer Art Angststarre vor Russland und verlegen sich, anstatt mutig visionäre Konzepte umzusetzen, lieber auf eine Rückkehr zum Altbekannten und eine Art Trotzhaltung auch gegenüber den übrigen EU-Ländern. Der tschechische Präsident

Vaclav Klaus bezeichnete den Klimawandel wiederholt als Schwindel - und sein Wirtschaftsminister meinte, die europäische Energiepolitik 'verzerre' den Markt. Von der aktuellen Ratspräsidentschaft sind also keine positiven Impulse für die Energiepolitik zu erwarten. Die bulgarische Regierung hat während des Gasstreits die Wiederinbetriebnahme eines Atomreaktors erwogen. Und die slowakische Regierung ist entschlossen das abgeschaltete Atomkraftwerk in Bohunice wieder in Betrieb zu nehmen. Das Land riskiert damit auch rechtliche Konsequenzen, denn die Abschaltung war eine der Voraussetzungen für den E- Beitritt des Landes. Auch Polens Regierungschef Donald Tusk kündigte an, die Entwicklung des ersten eigenen Kernkraftwerks solle jetzt forciert werden, damit es 2020 ans Netz gehen könne.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/121603
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