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Energie & Klima News

Erstes Solarkraftwerk in China

Volksrepublik beginnt den Einstieg in die Solarthermie

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Am Rande von Beijing soll demnächst der erste Spatenstich für ein neues solarthermisches Kraftwerk, das erste Chinas, getan werden. Dabei handelt es sich, wie China Daily berichtet, um eine Versuchsanlage von etwa zehn Megawatt (MW), die auf einer Fläche von 13 Hektar errichtet werden soll. In einem solarthermischen Kraftwerk wird die einfallende Sonnenstrahlung mit Spiegeln konzentriert. Im Brennpunkt der Reflektoren wird auf die Art ein Medium erhitzt, entweder ein spezielles Öl oder ein flüssiges Salz. Mit diesem wird dann wiederum Wasser zum Sieden gebracht und mit dem entstehenden Dampf schließlich wie in einem Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerk eine Turbine angetrieben.

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, die Sonnenstrahlen zu konzentrieren: Mit Parabolrinnen, wie im spanischen Werk Andasol 1, das kürzlich den Probebetrieb aufnahm, oder mit Spiegeln, die alle auf einen gemeinsamen Punkt auf einem so genannten Sonnenturm gerichtet sind. Letzteres hat den Vorteil, dass höhere Temperaturen erzielt werden können, schreibt das US-amerikanische Wissenschaftsmagazin Scientific American. Der Grund: Bisher wurde kein Salz gefunden, das durch die Röhren in den Brennpunkten der Parabolspiegelrinnen geschickt werden könnte. Das verwendete Öl zerfällt jedoch bei Temperaturen über 400 Grad Celsius, kann also anders als die benutzten Salze nicht beliebig erhitzt werden.

Höhere Temperaturen lassen jedoch eine höhere Energieausnutzung erwarten. Das dürfte vermutlich der Grund sein, weshalb man sich in China trotzt der höheren Kosten dafür entschieden hat, die Turmtechnologie zu entwickeln. An dem Projekt, das 2,7 Millionen Kilowattsunden (kWh) elektrische Energie im Jahr liefern soll, beteiligen sich verschiedene Firmen und wissenschaftlichen Institute. Die Regierung trägt einen Teil der Kosten von 100 Millionen Yuan (ca. 11,5 Millionen Euro). Bei 20 Betriebsjahren käme man damit (ohne Betriebskosten) auf einen Preis von 21 Cent pro kWh, was für eine ziemlich kleine Pilotanlage in im Bezug auf die Sonneneinstrahlung suboptimaler Lage nicht schlecht zu sein scheint. Für Andasol 1 wird von einem Strompreis, oder genauer von Gestehungskosten, von 13 Cent pro kWh ausgegangen. Wenn man bedenkt, dass die technische Entwicklung der Solarthermie noch in den Kinderschuhen steckt, ist das schon ziemlich günstig.

In Beijing hat derweil die Nationale Kommission für Reformen und Entwicklung, Chinas zentrale Planungsbehörde für 2015 als Ziel mindestens 150 MW an solarthermischer Leistung ausgegeben. Mit Plänen ist es in China allerdings so eine Sache. Die Vorgabe für die Installation neuer Windenergieanlagen ist vor zwei Jahren deutlich heraufgesetzt worden, und dennoch wird voraussichtlich das neue Planziel von 30.000 MW bis 2020 bereits im nächsten Jahr erreicht sein. Soll heißen: Auch in Sachen Solarthermie könnte China demnächst ganz vorne mitspielen, wenn sich diese Branche ähnlich stürmisch entwickeln sollte.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/133716
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