Auch Deutschland ist bereits beteiligt
Mit weltweit wachsendem Energieverbrauch erlebt die Kernkraft eine Renaissance. Allein in China sind 10 Kernkraftwerke im Bau, in Indien 6, in Rußland 3. Sie werden noch mit Uran betrieben. Doch mehr Verbrauch des spaltbaren Materials bedeutet, genau wie bei den fossilen Energieträgern, dessen schnelles Versiegen. Dies würde mittelfristig zum, von den Betreibern selbst herbeigeführten, Abschied von der Kernkraft führen. Nach Angaben der französischen Atomenergiebehörde CEA reichen die Uranvorräte noch für 100 Jahre, Forschungsinstitute gehen von etwa 60 Jahren aus, danach stünden uranangetriebe Reaktoren still. Daher steht die Technik der schnellen Brüter bei den Kernkraftwerksbauern wieder zur Diskussion. In Deutschland war das Konzept Anfang der 90er Jahre am Standort Kalkar wegen Unwirtschaftlichkeit, massiver Sicherheitsbedenken und des breiten politischen Widerstands gescheitert.
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Schnelle Brüter spalten Plutonium um Strom zu erzeugen gleichzeitig erbrüten sie neues Plutonium aus nicht angereichertem, natürlichem Uran. Sie können so mehr spaltbares Plutonium erzeugen als sie verbrauchen. Nach Angaben der CEA liefern schnelle Brüter mit der selben Menge spaltbaren Materials 70 mal mehr Energie, aus 60 Jahren Reichweite würden so 4200 Jahre. Gleich mehrere Länder wollen diesen Kraftwerkstyp daher zur Marktreife entwickeln. In Frankreich wird bis zum Jahr 2020 ein Prototyp entwickelt, er soll der Vorläufer für einen kommerziellen Reaktor ab 2040 sein, der dann auch in andere Länder verkauft werden könnte. Japan plant die Errichtung eines eigenen schnellen Brüters zum gleichen Zeitpunkt. Außerdem gibt es entsprechende Vorschungsprogramme in Rußland und den USA. Die europäische Euratom, der Zusammenschluß der EU-Länder zu Förderung der Kernkraft, ist an entsprechenden Kooperationen beteiligt - und damit auch Deutschland.
Während die Entwickler daran arbeiten die zukünftigen Plutoniumreaktoren durch weniger Bauteile, einen einfacheren Aufbau und bessere Materialien wirtschaftlich betreiben zu können, graust nachdenklichen Gemütern bei dem Gedanken an die weltweite Verbreitung solcher Anlagen. Denn die Reaktoren werden mit flüssigem Natrium gekühlt, das Metall brennt beim Kontakt mit Luft oder Wasser. Und mit dem "erbrüteten" Plutonium lassen sich sowohl Reaktoren betreiben als auch Atombomben bauen, Brütertechnologie ist in der Summe besonders risikoreich, sowohl technisch, als auch was den menschlichen Faktor angeht. Schon heute verweigern sich einige Länder den Kontrollen der internationalen Atomenergiebehörde, etwa Nordkorea, Iran und auch Indien, das bereits ein Atombomenprogramm auf Plutoniumbasis aufgelegt hat. Bereits 2010 soll im indischen Madras ein neuer Plutoniumbrüter ans Netz gehen.
Graphik: Matthias Brake
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