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Energie & Klima News

Undurchdringlicher Reaktorsumpf

AKW-Betreiber tun sich mit Nachweis schwer, ihre Meiler auch in prekären Situationen noch im Griff zu haben

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Wenn es in Druck- oder Siedewasserreaktoren, wie sie in Deutschland in Betrieb sind, ein Leck im Kühlkreislauf gibt, dann sammelt sich das Wasser am Reaktorboden, dem so genannten Reaktorsumpf. Dort fließt es in Abflüsse, die mit Gittern versperrt sind, und wird zurück in den Reaktorkern gepumpt, um die Kühlung aufrecht zu erhalten.

So weit die Theorie. In der Praxis, so hat sich 1992 bei einem Unfall im schwedischen Kraftwerk Barsebäck gezeigt, können die Siebe sehr schnell verstopfen. Bei den Lecks treten nämlich Wasser und Wasserdampf meist mit hohem Druck aus und Zerstören Isolier- und Dämmmaterial in ihrer Umgebung, das die Abflüsse verstopft.

Seit dem Unfall in Barsebäck versuchen Experten in verschiedenen Ländern das Problem in den Griff zu bekommen, doch bisher offensichtlich erfolglos, wie das Umweltmagazin ZeO2 berichtet. Das Magazin wird von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) herausgegeben.

Seit Mitte der neunziger Jahre seien in verschiedenen Ländern unterschiedliche Maßnahmen – Vergrößerung der Ansaugfläche, Verkleinerung der Siebmaschenweiten, Veränderung des Dämmmaterials – ergriffen worden, doch heraus kam allenfalls, dass das Material in den Reaktorkern selbt vordringen und dort die Kühlung massiv behindern würde. Fällt in einem Reaktor die Kühlung aus, so kommt es zur Kernschmelze, die schließlich den Reaktorbehälter zerstören und große Mengen radioaktiven Materials an die Umwelt abgeben kann.

„Die neueren Erkenntnisse sind hoch brisant und zwingen die Atomaufsicht unverzüglich zu handeln. Der gesamte Vorgang beweist einmal mehr, dass hyperkomplexe Maschinen wie Atomkraftwerke nicht absolut sicher betrieben werden können“, meinte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Die Umweltschützer berichten von einem eskalierenden Konflikt zwischen den Reaktorbetreibern, den Länderaufsichstbehörden, von denen viele von industrienahen Ministern aus CDU und CSU geleitet werden und der Bundesautomaufsicht die dem Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) untersteht. Im Kern geht es darum, um die Betreiber noch den Nachweis erbringen können, entsprechende Vorfälle beherrschen zu können.

Die Antiatomkampagne .augestrahlt nimmt die Enthüllungen zum Anlass, erneut eine Stilllegung des Atomkraftwerk Krümmel zu fordern, für dass die neuen Sicherheitsbedenken ebenfalls gelten. Die schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) habe nicht die Wahrheit gesagt, als sie vor zwei Wochen erklärte, sie sei gezwungen, eine Genehmigung für die Inbetriebnahme des Pannenreaktors zu erteilen. Am Dienstag war das AKW-Krümmel - wie berichtet - nach nur acht Tagen wieder vom Netz genommen worden. Für den morgigen Freitag rufen Bürgerinitiativen ab 14 Uhr zu Mahnwache und Blockade am Kraftwerkstor auf.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/141475
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