Weder Agrarsprit noch Staudämme können sich im Flächenertrag mit Solarzellen messen
Am Freitag letzter Woche feierte im südlichen Brandenburg bei Finsterwalde ein neuer Solarpark Richtfest. Auf 103 Hektar sollen dort im Jahr 38 Millionen Kilowattstunden (kWh) elektrische Energie erzeugt werden. Das wären rund 370.000 kWh pro Hektar und Jahr. Das ist eine beachtliche Zahl, aber nicht unüblich. Die im Dezember 2008 fertiggestellte Anlage im sächsischen Brandis soll es zum Beispiel auf 360.000 kWh pro Hektar und Jahr bringen.
Wie bemerkenswert die Zahlen sind, zeigt der Vergleich mit anderen Energieträgern. Ethanol aus Mais bringt es auf 23.000 kWh pro Hektar und Jahr, aus Zuckerrohr auf 38.000 und aus Zuckerrüben auf 42.000. Noch schlechter sieht es beim Biodiesel aus Raps aus, der einen Energieertrag von lediglich 12.000 kWh pro Hektar und Jahr vorzuweisen hat. Dabei ist der Energieaufwand für Aussaat, Ernte, Transport und Verarbeitung noch nicht eingerechnet. (Die Angaben für Mais und Zuckerrüben sind berechnet nach Angaben aus einer Broschüre von Syngenta, für Biodiesel aus einer Studie der Schweizer Bank Sarazin & Cie.
Mit anderen Worten: Die Agrartreibstoffe haben selbst in hiesigen Breiten, die bekannter Maßen für die Nutzung der Solarenergie nur suboptimal sind, eine um mindestens 90 Prozent geringere Energieausbeute pro Fläche als Solarzellen.
Auch im Vergleich zur Wasserkraft, deren landschaftzerstörende Großprojekte oft kritisiert werden, schneidet die Fotovoltaik deutlich besser ab. Der höchst umstrittene Ata-Türk-Stausee in der Türkei, einer der größten der Welt und der größte im Rahmen des umkämpften Staudammprogramms der türkischen Republik, liefert zum Beispiel nach den Angaben von Wikipedia 8,9 TWh (Terawattstunden = Milliarden Kilowattstunden) elektrische Energie im Jahr und hat eine Fläche von 817 Quadratkilometern, was 81.700 Hektar entspricht. Das sind umgerechnet 108.900 kWh elektrischer Energie pro Hektar und Jahr, also bezogen auf die Fläche nicht einmal ein Drittel der Ausbeute in Finsterwalde oder Brandis.
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