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Energie & Klima News

Größte Meerwasserentsalzungsanlage Europas eingeweiht

Gegen erneute Dürreperioden wegen der Klimaveränderungen setzt Barcelona auf Meerwasserentsalzung.

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Zwar ist die jahrelange Dürre in Spanien zunächst vorbei, doch in Katalonien setzt man auf Meerwasserentsalzung, um kommenden Dürreperioden zu begegnen. Denn noch vor einem Jahr waren die Stauseen leer, weil die Niederschläge über mehrere Jahre deutlich unter dem Durchschnitt lagen und die schwerste Dürre seit 1912 verzeichnet wurde.

Wasser wurde in der katalanischen Metropole rationiert, es drohten harte Strafen, wenn Schwimmbecken gefüllt oder Autos gewaschen wurden. Ein Streit tobte, ob noch mehr Wasser aus anderen Gebieten nach Barcelona umgeleitet werden soll, mit Schiffen wurde sogar Trinkwasser aus dem französischen Marseille herangeschafft.

In zukünftigen Dürreperioden, die Klimaforscher für Spanien vorhersagen, soll es keine Wasserversorgungsprobleme mehr in Barcelona geben. Am Montag wurde die größte Meerwasserentsalzungsanlage in El Prat de Llobregat eingeweiht, die bis zu 25 % des Wassers für die 4,5 Millionen Bewohner im Großraum Barcelona erzeugen soll. Die Anlage, die nun mit 20 % ihrer Kapazität in Betrieb gegangen ist, soll beim Abschluss der Arbeiten bis zu 200 Millionen Liter Trinkwasser pro Tag erzeugen, das können bis zu 60 Hektokubikmeter im Jahr werden. Aus 100 Litern Salzwasser, das in einer Tiefe von 30 Metern und 2,2 Kilometer vor der Küste entnommen wird, können 45 Liter Trinkwasser erzeugt werden. Die Kosten für die Anlage werden zum großen Teil aus Brüssel bestritten. 75 % der vorgesehenen 230 Millionen Euro kommen aus dem EU-Kohäsionsfonds. Weitere Anlagen sollen folgen. Insgesamt ist eine Entsalzungskapazität von 200 Hektokubikmeter geplant, womit Barcelona fast den gesamten Wasserbedarf decken könnte.

Die Regionalregierung betonte bei der Einweihung, dass die notorische Verschwendung von Wasser weiter bekämpft werden muss. Bei den Katalanen scheint die Nachricht auch schon angekommen zu sein: "Wir Katalanen haben einen hohen Grad an Verantwortlichkeit bewiesen", erklärte der katalanische Regierungschef José Montilla. Er strich heraus, dass die Reaktion auf die Dürre vorbildlich gewesen sei. Katalonien habe sich zum Vorbild beim sparsamen Einsatz von Wasser entwickelt. Im vergangenen Jahr sei die Menge von zwei Stauseen eingespart worden.

Für eine Verschwendung ist das Wasser aus den Anlagen ohnehin kaum geeignet, denn es kostet mit 60 Cent pro Kubikmeter fast doppelt so viel in der Bereitstellung, wie das über Stauseen gewonnene Wasser. Der relativ hohe Preis aus Entsalzungsanlagen führt zum Beispiel im andalusischen Almeria dazu, dass die Bauern lieber illegale Brunnen bohren, als das teure Wasser zur Bewässerung der Felder zu benutzen. Und daran ändert auch der sich ausbreitende Bioanbau für deutsche Supermärkte nichts, wie der World Wide Fund For Nature (WWF) beklagt. Denn die nationalen und internationalen Biozertifikate schreiben eine legale Wassernutzung nicht vor.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/142257
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