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Energie & Klima News

Große Hitze, Brandstifter und das Militär sind für Brände verantwortlich

Allein in der spanischen Region Aragon sind schon mehr als 10.000 Hektar den Flammen zum Opfer gefallen

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Es ist ein sehr heißer Sommer in Spanien. Das führt zu zahlreichen Bränden und die Trockenheit und die heftigen Winde machen es fast unmöglich, die Brände zu löschen, die derzeit im ganzen Land lodern. Dass es auch im Norden, ja sogar im grünen Baskenland brennt, zeigt, wie heiß es derzeit im gesamten spanischen Staat ist.

Eine Verbesserung der Lage ist aber kaum zu erwarten. Die Meteorologen gehen davon aus, dass die große Hitze, mit Spitzenwerten über 40 Grad und einer sehr niedrigen Luftfeuchtigkeit noch mindestens eine Woche anhalten werde. In Murcia wurde derweil ein Spitzenwert von 45 Grad ermittelt. Die Temperaturen liegen weit über dem Durchschnitt, wie es Klimaforscher vorhergesagt haben.

Am dramatischsten ist derzeit die Lage in der Pyrenäenregion Aragonien. Dort ist gestern erneut ein Feuerwehrmann zum Opfer der Flammen geworden. Das geschah an dem Tag, als in Katalonien vier Feuerwehrmänner beigesetzt wurden. Allerdings, so melden die Behörden, sei dort der Großbrand in Horta de Sant Joan, in der Weinregion Terra Alta, nun unter Kontrolle, in dem die vier Feuerwehrleute ihr Leben verloren hatten und zwei weitere schwer verletzt wurden. 1.200 Hektar Wald, davon 400 im Naturpark Els Ports de Beseit, wurden zerstört.

Doch das ist nichts gegen die 10.000 Hektar Wald, die schon in Aragonien vernichtet wurden. Hier ist die Lage sogar noch deutlich schlimmer als im Brandsommer 2006, in dem ein neuer Rekord bei den abbrannten Flächen aufgestellt worden war. Damals war neben der Dürre vor allem die Tatsache für den Rekord verantwortlich, dass die sozialistische Regierung ein neues Berggesetz angekündigt hatte. Das Gesetz verbot es, abgebranntes Gelände 30 Jahre lang für andere Zwecke zu nutzen, um die moderne Form der Brandrohdung zu unterbinden. Es trat allerdings erst zum Jahresende in Kraft. Das führte dazu, dass im trockenen Sommer noch alles abgeflackert wurde, was an Gelände für die Spekulation im Rahmen der Immobilienblase interessant schien. Da aber 2007 auch die Blase zu platzen begann, gingen die Brände trotz der anhaltenden Dürre deutlich zurück.

Offiziell ist die Dürre vorbei und sind die Stauseen wieder prall gefüllt, weil es im Winter und Frühjahr stark geregnet hat. Doch seither ist in vielen Regionen kein Tropfen mehr vom Himmel gefallen. Der extrem heiße Sommer hat das Land ausgetrocknet. So reichen oft ein Blitzschlag, eine Zigarettenkippe oder die Funken einer Erntemaschine, um Brände in Gang zu setzen. Erneut ist nicht selten Brandstiftung die Ursache, allerdings ist die Motivationslage der Brandstifter nun unklarer. Allen Bränden kommt die fehlende Prävention und eine falsche und fehlende Aufforstung eines Landes zugute, das davon bedroht ist, zur Wüste zu werden.

In der Umgebung der südfranzösischen Stadt Marseille sind die Brandstifter eines Großbrandes ausgemacht worden, der sogar das Stadtgebiet bedrohte und viele Menschen zur Flucht zwang. Es waren Schießübungen der Fremdenlegion, die ein flammendes Inferno verursacht haben. Nach Angaben des Bürgermeisters Jean-Claude Gaudin ist die Stadt einer Brandkatastrophe nur knapp entkommen. "Tausend Häuser waren bedroht", sagte Gaudin. Dem Brand, den verantwortungslose Militärs ausgelöst haben, sind schon 1300 Hektar Waldgebiete zum Opfer gefallen. Der Bürgermeister spricht von einer "unglaublichen Dummheit", bei einer solchen Hitze mit Sturmgewehren Leuchtspurmunition zu verschießen. Die Militärstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf, weil der Einsatz der Leuchtspurmunition ausdrücklich verboten gewesen sei.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/142537
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