Londoner Regierung tut wenig für den Klimaschutz im Inland, aber erteilt anderen kluge Ratschläge
Auf der südenglischen Isle of Wight haben die von Entlassung bedrohten Mitarbeiter des Windkraftanlagenherstellers Vestas ihre Betriebsbesetzung beendet. Wie BBC auf seiner Webseite berichtet. Die Arbeiter beugten sich damit einer gerichtlichen Anordnung, wollen aber ihren Kampf gegen den Verlust von 625 Arbeitsplätzen fortsetzen. Sie fordern von der britischen Regierung den Betrieb zu übernehmen und endlich für den Ausbau der Windkraft zu sorgen. Wie berichtet, haben sie dafür nicht nur die Unterstützung der kämpferischen RMT-Gewerkschaft (Rail, Maritime and Transport), die sich unter anderem durch Dockerstreiks und Ablehnung der Eisenbahnprivatisierung unter europäischen Gewerkschaftern einen Namen gemacht hat, sondern auch von Umweltschützern.
Unterdessen schreibt The Independent, daß die Regierung in London nicht einmal in der Lage ist, die Emissionsreduktionsziele für die eigenen Behörden einzuhalten, geschweige denn, den seit langem versprochenen Ausbau der Windnenergie endlich auf den Weg zu bringen. Vestas will sein Werk nämlich schließen, weil es im Inland zu wenig Aufträge bekommt.
Während auf der Isle of Wight die Arbeiter für ihre Arbeitsplätze und mehr Klimaschutz made in Britain streikten, tourte der britische Energie- und Klimaminister Ed Miliband lieber durch den Amazonas-Regenwald. Wie der Guradian schreibt hielt er dort am letzte Wochenende vor einer Gruppe von Indigenen Waldbewohnern einen Vortrag. Der Schutz der Regenwälder sei für den internationalen Klimaschutz essenziell. Die Zuhörer waren sicherlich fasziniert von diesen Neuigkeiten.
Wenige Tage nach Milibands Belehrungen schickten brasilianische Behörden eine Schiffsladung mit britischem Müll zurück an den Absender. Statt Recycling-Plastik handelte es sich um eine eklige Mischung aus Haushaltsabfällen und Computer-Schrott. Der Vorfall soll in der brasilianischen Öffentlichkeit für wütende Reaktionen gesorgt haben. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kritisierte daraufhin Großbritannien und die anderen westlichen Staaten: Während sie auf höhere Umweltstandards drängten, würden sie gleichzeitig die Entwicklungsländer als Müllhalden missbrauchen.
|