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Energie & Klima News

Schmutzige Tricks

US-Industrielobby versucht mit Lügen und Fälschungen Klimaschutzpolitik zu verhindern

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Dir britische Zeitung Guardian berichtet Interessantes über die Methoden der Gegner einer wirksamen Klimaschutzpolitik: Die Lobby-Firma Bonner & Associates verschickte an demokratische Kongress-Abgeordnete aus eher konservativen Wahlkreisen, deren Wirtschaft vom Kohle-Tagebau abhängt, gefälschte Briefe. Die Schreiben baten die Angeordneten, nicht für die Gesetze zu stimmen, weil – je nach gefälschtem Absender – die Rentner, die Arbeiter oder ethnische Minderheiten drunter leiden würden. Angeblich stammten die Briefe von Bewohnern eines Altersheim oder von lokalen Gruppen die Latinos oder Afro-Amerikaner vertreten. 13 Fälschungen wurden bereits identifiziert, 45 weitere Briefe werden noch untersucht. Bonner & Associates habe die Fälschungen zugegeben, aber gemeint, sie stammten von einem einzigen Angestellten, der inzwischen entlassen sei.

Auftraggeber für die Anti-Klimaschutz-Kampagne der Profi-Lobbyisten ist die PR-Firma Hawthorne aus Virginia. Der Bundesstaat ist sozusagen das Ruhrgebiet der USA, nur dass die Kohle in Virginia und den benachbarten Staaten nicht mehr aus Bergwerken geholt wird. Stattdessen verwüstet man die Landschaft großflächig durch das Wegsprengen ganzer Berge, um die Kohle im Tagebau zu gewinnen. Da wundert es nicht weiter, dass Hawthorne im Auftrag der Kohleindustrie arbeitet, jedenfalls behauptet das ein gewisser Kevin Grandin in seinem DeSmog Blog. (Eine lesenswerte Seite für alle übrigens, die wissen wollen, wie das "Geschäft mit dem Zweifel" in den USA funktioniert.)

Der Guardian bestätigt Grandins Feststellung, wonach Hawthorne im Auftrag der "American Clean Coal Coalition" arbeitet. Die Kampagne gegen die Klimaschutzgesetze werde derzeit intensiviert. DeSmog Blog schreibt, dass 1150 Verbände und bezahlte Lobbyorganisationen – ein kleinerer Teil davon arbeitet auch für Umweltgruppen, die die Gesetzesentwürfe verteidigen und verschärfen wollen – seit Anfang des Jahres in Washington die Abgeordneten versucht, in Sachen Klimapolitik zu bearbeiten. Exakte Zahlen über die Ausgaben für die Lobbyarbeit in Sachen Klima gebe es nicht, aber von der Ölindustrie sei bekannt, dass sie für Lobbyarbeit im allgemeinen im ersten Quartal 2009 44,5 Millionen US-Dollar ausgegeben hat, 73 Prozent mehr, als ein Jahr zuvor.

http://www.heise.de/tp/blogs/2/144020
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