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Bis 2030 kein arktisches Eis mehr?

Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnt davor, dass das arktische Eis deutlich schneller als befürchtet abschmilzt.

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Ban Ki Moon fand nach einem Besuch auf einer norwegischen Forschungsstation, die etwa 1200 Kilometer vom Nordpol entfernt liegt, drastische Worte. "Die Arktis könnte bis 2030 eisfrei sein", warnte der UN-Generalsekretär. Er hat sich über die in der Station erlangten Erkenntnisse zum Klimawandel informiert. "Die Arktis ist der Ort auf dem Planeten, an dem die Erderwärmung am schnellsten voranschreitet", erklärte Ban.

"Wir rasen auf den Abgrund zu" und zwar mit dem Bleifuss, warnte er vor weiter kontinuierlich steigenden Kohlendioxid-Emissionen. Die Folgen des Klimawandels werden enorm sein, warnte der UN-Generalsekretär dann am Donnerstag auf der Klimakonferenz der UN-Weltwetterorganisation (WMO) in Genf. Mit nur noch wenigen Verhandlungstagen bis zur Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen müssten die Verhandlungen um ein Kyoto-Nachfolgeabkommen wesentlich entschiedener vorangetrieben werden, forderte er. "Wenn wir nicht handeln, wird der Preis hoch sein", warf Ban denen entgegen, die stets Kosten anführen, um keinen Klimaschutz zu betreiben.

Der Klimawandel könnte eine "gigantische wirtschaftliche Katastrophe" hervorrufen, sagte Ban und forderte ein "grünes" Wirtschaftswachstum. So werde der Meeresspiegel voraussichtlich bis zum Ende des Jahrhunderts um einen halben bis zwei Meter steigen. Kleine Inselstaaten und zahlreiche Küstenstädte wie Tokio, New Orleans oder Shanghai seien schon jetzt mit den Folgen konfrontiert. Seine Prognosen lagen deutlich über denen des UN-Expertengremiums. Noch 2007 gingen die Experten von einem Anstieg der Meeresspiegel zwischen 18 und 59 Zentimeter bis 2100 aus. Das schnellere Abschmelzen des Eises der Antarktis und Grönlands wurde damals allerdings nicht berücksichtigt.

Spätestens bei der Klimakonferenz der Staats- und Regierungschefs am 22. September in New York, zu der der Ban Ki Moon geladen hat, müssten deshalb ambitionierte Reduktionsziele von den Industrienationen vorgegeben werden, während die Schwellenlänger Pläne zur Verlangsamung ihres Emissionswachstums vorlegen müssten. Allerdings darf es nicht nur bei Vorgaben bleiben, denn viele Länder erfüllen schon die schwachen Ziele nicht, die über das Kyoto-Protokoll festgelegt wurden. Darin hatten sich die Industriestaaten auf eine Verringerung ihrer Co2-Emissionen verpflichtet. Bis 2012, wenn das Protokoll ausläuft, soll dieser um 5 % unter dem Niveau von 1990 liegen.

Ein großer Sünder ist zum Beispiel Spanien. Die viertgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone liegt etwa 53 % über der Marke von 1990. Nun soll die schwere Wirtschaftskrise das Land den Zielen allerdings etwas näher gebracht haben. Doch die positiven Auswirkungen werden vorbei sein, falls sich das Land, wie in Madrid ersehnt, im nächsten Jahr wieder erholt.

Dazu kommt der gigantische Ausstoß, den die Schwellenländer in der nachholenden Entwicklung ausstoßen werden. So erwartet die indische Regierung zum Beispiel, dass sich die CO2-Emissionen des Landes bis 2030 mehr als verdreifachen werden. Vor dem Ende des WMO-Treffens in Genf, dass heute zu Ende geht, drängte Ban alle 155 teilnehmenden Länder deshalb noch einmal zu einem größeren Einsatz zum Klimaschutz: "Wir können es uns nicht leisten, langsam voranzukommen. Wir brauchen schnelle Fortschritte", warnte der höchste Beamte der Vereinten Nationen. "Die politische Unterstützung für Klimaschutz wächst. Aber noch immer nicht schnell genug."

http://www.heise.de/tp/blogs/2/144811
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