Hungersnot in Guatemala
Klimawandel und Agrarsprit werden für humanitäre Katastrophe verantwortlich gemacht
Nach einem Bericht der Deutschen Welle hat der Präsident von Guatemala, Álvaro Colom, den Hungernotstand in seinem Land ausgerufen. 24.000 Familien würden bereits hungern, 400.000 weitere seien bedroht. Mindestens 462 Menschen, darunter 54 Kinder, seien in diesem Jahr bereits verhungert. Andere Regierungsangaben liegen jedoch deutlich niedriger. Nach Angaben von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, haben in Guatemala 18 bsi 23 Prozent der unter Fünfjährigen Untergewicht und fast die Hälfte ist unterentwickelt.
Ursache des Hungers sei der Ernteausfall infolge einer Dürre von sieben in insgesamt 22 Departements des Landes. Colom bringt die Trockenheit in Zusammenhang mit dem Klimawandel. Mehr als ein Drittel der Maisernte und über die Hälfte der Bohnen-Ernte – beides Hauptnahrungsmittel in Zentralamerika – seien zerstört worden.
Besonders betroffen von der Hungersnot sind die in Guatemala lebenden Maya, schreibt die Deutsche Welle Die Maya-Organisation CONIC, machte die Agrarsprit-Produktion für die Hungerkrise verantwortlich. Warnungen vor den Auswirkungen von Vertreibung und Verdrängung des Nahrungsmittelanbaus gibt es schon seit längerem. Deutsche Welle: "'Der Staat gibt dem Anbau von Palmöl und Zuckerrohr (für Biosprit) erste Priorität, während er den indigenen Völkern das Recht auf eigenes Land verweigert', sagte CONIC-Mitbegründer Juan Tiney der Nachrichtenagentur epd. Nach seinen Angaben wurden in diesem Jahr bereits 20 Dorfgemeinschaften vertrieben, um Platz für Großplantagen zu schaffen."
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