Reisernte vom Klimawandel bedroht
Philippinisches Institut erforscht Anpassungsstrategien
Schwere Unwetter haben in den vergangenen Wochen einmal mehr gezeigt, wie verwundbar die Nahrungsmittelproduktion ist. Die Philippinen werden in diesen Tagen schon zum dritten Mal innerhalb von drei Wochen von einem Taifun heimgesucht, wobei schon der erste 80 Prozent der Hauptstadt Manila unter Wasser gesetzt und schwere Ernteschäden angerichtet hatte. 50.000 Bauernfamilien wurden schon von den ersten beiden Stürmen ruiniert, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur IPS. Zugleich verzögerte sich in Indien der Monsun, um dann in einigen Regionen mit besonderer Heftigkeit zuzuschlagen. Australien schließlich, bisher einer der Brotkörbe des Planeten, wird nun schon seit Jahren von schweren Dürren heimgesucht.
Für das Internationale Reisforschungszentrum IRRI ist das Anlass, einerseits darauf hinzuweisen, dass der Klimawandel künftige Reisernten bedrohen wird. Für die Philippinen haben die Wissenschaftler dies mit Modellrechnungen belegt. Andererseits wird bei IRRI auch an Anpassungsmaßnahmen gearbeitet. So wurden in dem Institut Reissorten gezüchtet, die Überschwemmungen besser vertragen, auch wenn sie durch Salzwasser erfolgen. Entsprechendes Saatgut wurde im letzten Jahr nach Myanmar (Burma) geliefert.
Dort hatte im Mai 2008 der tropische Wirbelsturm Nargis (vergleichbar mit einem Taifun vor Ostasien oder einem Hurrikan vor den nordamerikanischen Küsten) über 100.000 Menschenleben gefordert und große Teile der Ernte vernichtet. Nach der Flut seien die Überlebenden von einer verheerenden Rattenplage heimgesucht worden, die die Reste der Ernte vernichtete, schreiben die IRRI-Fachleute. Ähnliche Berichte gäbe es aus der jüngsten Zeit auch aus Laos und Bangladesh, wo in einigen Regionen bis zu 100 Prozent der Ernte den Schädlingen zum Opfer fielen. Die Bekämpfung der Nager war daher kürzlich Gegenstand einer vom Institut organisierten Konferenz.
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